Alpin Notruf: 140
Bergrettung übt Großalarm in Schottwien und in Pernitz

Bergrettung übt Großalarm in Schottwien und in Pernitz

Einmal im Jahr übt die Bergrettung Niederösterreich/Wien das Zusammenspiel verschiedener Ortsstellen bei einer Gebietsübung. Am Sonntag, den 22. April, war das Gebiet Süd an der Reihe. In Schottwien und in Pernitz rückten 98 Bergretter für dieses Training aus.

Kann eine Ortsstelle eine Aufgabe alleine nicht bewältigen, wird Gebietsalarm ausgelöst. So ein Fall bedeutet auch erhöhten Aufwand in der Einsatzzentrale, da größere Mannschaften und oft mehrere Einsätze koordiniert werden müssen. Diese Aufgabe wurde bei zwei voneinander unabhängigen Szenarien trainiert.

52 Bergretterinnen und Bergretter der südlicher gelegenen Ortsstellen Aspang, Schottwien, Semmering, St. Corona, Mönichkirchen, Puchberg und Reichenau übten die Suche, Bergung und Erstversorgung von abgestürzten Gleitschirmpiloten im unwegsamen, felsigen Steilgelände in Schottwien. Unterstützt wurden die Mannschaften dabei vom mobilen Arbeitsplatz des Notruf Niederösterreich 144 sowie von der Feuerwehr Maria Schutz und dem Roten Kreuz Gloggnitz.

In Pernitz übten 46 Männer und Frauen der Ortsstellen Hohe Wand, Grünbach, Wien, Wienerwald Süd, Triestingtal und Pernitz die Bergung mehrerer zum Teil schwer verletzter Personen aus felsdurchsetztem Gelände und zweier Kletterer aus einer Felswand.

Canyoning-Gruppe bei Katastrophenschutz­übung

Canyoning-Gruppe bei Katastrophenschutz­übung

Unsere Canyoning-Gruppe hat am 14. April gemeinsam mit der Wasserrettung, mehreren Suchhundestaffeln, sowie dem Bundesheer am Ratzersdorfer See in Sankt Pölten geübt:

Übungsannahme war ein Hochwasser nach lange anhaltenden und großflächigen Regenfällen, welche die Landeshauptstadt teilweise unter Wasser gesetzt haben. Die Canyoning-Gruppe kommt überall im schwierigen Gelände zum Einsatz, wo entweder am Weg zum Wasser oder im Wasser auch Seiltechnik erforderlich ist, und so haben neun Kameradinnen und Kameraden dieser Bergrettungs-Spezialgruppe die Wasserrettung bei den Szenarien unterstützt. Das Hauptaugenmerk war dabei auf die Zusammenarbeit der
einzelnen Organisationen gerichtet.

Vielen Dank der Österreichischen Wasserrettung, Landesverband NÖ, für die Einladung zu dieser perfekt geplanten und organisierten Übung!

Lawinenhunde­ausbildung International: Niederösterreichische Bergretter zu Gast bei Tschechischer Bergrettung

Lawinenhunde­ausbildung International: Niederösterreichische Bergretter zu Gast bei Tschechischer Bergrettung

Auf  Einladung des Tschechischen Bergrettungsdienstes „Horská služba ČR“ und durch Vermittlung des Lawinen- und Suchhundereferenten des Bundesverbandes des ÖBRD, Sepp („Seppolo“) Lederhaas, nahmen die Lawinenhundeführer Ernst KÖLCH, Ortsstelle Lackenhof, mit seinem sehr erfahrenen Hund „Gsena“ (9 Jahre)  und Michael PRATTES, Ortsstelle Aspang, mit Hund „Mika“ (4 ½ Jahre), an einer Lawinenhundeausbildung im Riesengebirge teil. Tiefwinterliche – fast sibirische Bedingungen – haben Bergretter und Hunde hart gefordert. Ziel war es neben dem gegenseitigen Kennenlernen, einen Erfahrungsaustausch zu pflegen und voneinander zu lernen. Die Umgebung des höchsten Berges Tschechiens, der Schneekoppe, 1603 m, ein Grenzberg zu Polen brachte auch Begegnungen mit polnischen Bergrettern. An der einwöchigen Ausbildung nahmen  25 Hundeführer aus Tschechien, die beiden österreichischen Hundeführer und zwei slowakische Hundeführer teil. In Summe waren mit den Figuranten und Helfern 45 Retter beteiligt, wobei das Bergrettungssystem in Tschechien aus einer Symbiose von freiwilligen und staatlichen Rettern besteht.   

Die Rettungshunde werden in Tschechien von den Bergrettern selbst gezüchtet und sind eine Kreuzung von Wolf und Schäferhund, also sehr kräftige Tiere. Zum Einsatz kommen hauptsächlich Rüden, die allerdings nur neun Jahre im Dienstbetrieb eingesetzt werden. Derzeit sind in Tschechien 27 Bergrettungs-Suchhunde im Dienst, in NÖ sind es 16. Tschechien ist ca. viermal so groß wie NÖ, allerdings ist die Anteil am Bergland in NÖ entsprechend größer. Von der flächendeckenden Versorgung gibt es also keinen Unterschied. In Bezug auf Lawinenereignissen ist NÖ gefährdeter bzw. es sind üblicherweise mehr Lawinenabgänge in NÖ zu verzeichnen.

Große Schneemengen führten bei der Übung im Riesengebirge dazu, dass hauptsächlich die Suche von Tiefenverschüttete , d.h. Verschüttungstiefen über zwei Meter, gesucht wurden und dies auf einem extrem großen Lawinenfeld. Alles zusammen eine riesengroße Herausforderung für Mensch und Tier. Auf Grund von Sturm und starker Schneefall musste auf Hubschrauberunterstützung verzichtet werden. Ernst Kölch meinte: „Das Riesengebirge hat uns mindestens 110 % abgefordert!“

Die Aufnahme durch die tschechischen Bergrettungskollegen war sehr freudlich und sehr herzlich, eine wahre gelebte Bergkameradschaft. Auch sprachlich war es kein Problem, viele Tschenen sprechen sehr gut Deutsch. Und auch die Hunde verstanden sich hervorragend, beim Bellen gibt es offenbar gar keine Fremdsprachen.

Link: https://www.horskasluzba.cz/