Alpin Notruf: 140

Ortsstellenübergreifende Übung in der Falkenschlucht

10. Jul 2024 | Übung

Da die Zusammenarbeit der Ortsstellen ein immer wichtigeres Thema wird, um für die zukünftigen Aufgaben und das erhöhte Einsatzaufkommen gut gerüstet zu sein, trafen sich Ende Juni die Ortsstellen Annaberg, St. Pölten und Türnitz zu einem gemeinsamen Übungstag nahe der Falkenschlucht in Türnitz.

Unter der Leitung von Robert Gaschl, dem Ausbildungsleiter der Ortsstelle St. Pölten, mussten, nach einer Einschulung auf die neue Trage, zwei Szenarien mit je zwei beteiligten Personen abgearbeitet werden.

Beim ersten Szenario stürzte in einem Klettergarten der Vorsteiger so unglücklich, dass er verletzt auf einem Felsvorsprung liegen blieb und der Sicherer aufgrund eines Sicherungsfehlers Verletzungen an den Händen hatte und ebenfalls versorgt werden musste. Nach dem Aufstieg der alarmierten Mannschaft übernahmen zwei Bergretter die Versorgung des verletzten Kletterpartners am Boden und sicherten den verletzen Vorsteiger vor einem weiteren Absturz. Die weiteren Kameradinnen und Kameraden bereiteten die Bergung des Kletterers in der Wand vor. Über einen Standplatz oberhalb des Klettergartens konnte eine Bergretterin zum Patienten abgelassen werden, während die Bergretter am Boden bereits die Trage für den Abtransport vorbereiteten. So konnte der Patient schonend direkt aus der Luft in die Trage eingebracht werden. Die Sanitäterin übernahm die weitere Versorgung und ein Teil der Einsatzmannschaft bereitete den seilgesicherten Abtransport des Verletzten im steilen Wald vor. Etwa fünf Seillängen später konnte der verletzte Kletterer dem Rettungsdienst übergeben werden.

Nach einer kurzen Mittagspause bei brütender Hitze kam auch schon die nächste Übungsalarmierung herein: „Erschöpfter Wanderer, kann nicht mehr weiter, haben Abkürzung bei Forststraße Kuchlalm genommen, 2. Person ist abgestiegen um Hilfe zu holen, kann jedoch nicht mehr vor und zurück im steilen Gelände“

Der Einsatzleiter teilte die Mannschaft in zwei Gruppen auf und der Voraustrupp mit drei Bergrettern und einem Suchhund wurde umgehend per KFZ zum vermuteten Einsatzort gebracht. Der zweite Teil der Mannschaft folgte inklusive Trage und Material einige Minuten später.  Bereits wenige Meter nach dem Verlassen der Forststraße konnte der Voraustrupp einen Pfeifton vernehmen, mit dem der im absturzgefährdeten Gelände befindliche Wanderer auf sich aufmerksam machte. Suchhund Fenix nahm kurz danach bereits die Fährte der zweiten Person auf und konnte im steilen Wald den erschöpften Wanderer finden. Dieser hatte aufgrund der Hitze Kreislaufprobleme und keine Kraft mehr für den selbstständigen Abstieg. Er wurde medizinisch versorgt und von den Bergrettern mit der Trage zum Einsatzfahrzeug transportiert. In der Zwischenzeit kümmerten sich zwei Bergretter um seinen unverletzten Begleiter und dieser konnte, am kurzen Seil gesichert, selbstständig bis zum KFZ aufsteigen.

Der verbleibende Nachmittag wurde noch für eine alpinmedizinsche Fortbildung und eine ausführliche Feedbackrunde genutzt, ehe kühle Getränke und Würstel beim Bergrettungshaus in Türnitz das Kommando übernahmen.

Wir möchten uns vielmals bei Robert für die großartige Vorbereitung und bei allen Bergretterinnen und Bergrettern für die motivierte Teilnahme an der Übung bedanken!

Es war ein lehrreicher Tag mit abwechslungsreichen und realitätsnahen Szenarien und man konnte von Minute zu Minute merken, wie die Zusammenarbeit immer besser funktionierte.

 

Das Fazit von diesem Übungstag: Gemeinsam sind wir stärker!

Fotos: © ÖBRD

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