Der Kurs umfasste verschiedene Schwerpunkte aus dem Bereich der Bergrettung und erstreckte sich über vier intensive Tage:
Tag 1: Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Herausforderung, eine große Mannschaft im Schrofengelände bis zum Schwierigkeitsgrad 3 sicher zum Einsatzort zu führen. Die Teilnehmer mussten lernen, wie sie in schwierigem Gelände koordinieren, um eine verletzte Person sicher zu erreichen und diese anschließend zum Übergabeort zu transportieren. Dabei lag der Fokus auf der sicheren Fortbewegung der gesamten Mannschaft sowie der Erstversorgung und dem Abtransport von Verletzten.
Tag 2: Am zweiten Tag ging es um das Ausloten der Grenzen des Machbaren. Ein zentrales Thema war die Entscheidung, wann es sinnvoller ist, eine Nacht im Biwak zu verbringen, anstatt eine riskante Bergung zu versuchen. Die Teilnehmer beschäftigten sich intensiv mit der Einschätzung von Wetterbedingungen, der physischen Verfassung der Mannschaft und den möglichen Risiken einer Bergung. Dabei wurde auch das taktische Planen und Handeln unter erschwerten Bedingungen geübt.
Tag 3: Der dritte Tag konzentrierte sich auf die Bergung von blockierten und verletzten Personen aus Klettersteiganlagen. Die Teilnehmer begannen mit der Begleitung von Personen aus einem Steig mittels Seilsicherung und steigerten sich bis zur anspruchsvollen Kaperbergung von Personen, die in das Klettersteigset gestürzt waren. Am Nachmittag wurde die Einmannbergetechnik intensiv geübt. Der Tag endete mit einer anspruchsvollen Einsatzübung in der Weichtalklamm, die bis kurz nach Mitternacht dauerte. Diese Übung forderte die Teilnehmer über vier Stunden hinweg und simulierte realistische Rettungsszenarien in schwierigem Gelände.
Tag 4: Am letzten Tag des Kurses lag der Fokus auf dem Bau einer Seilbahn, die zur Rettung einer blockierten Person aus einer Schlucht verwendet wurde. Die Teilnehmer lernten, wie man eine stabile und sichere Seilbahn errichtet und wie die Bergung in solch extremen Situationen durchgeführt wird. Diese Übung rundete den Kurs ab und gab den Teilnehmern die Möglichkeit, das Erlernte in einer komplexen und praxisnahen Situation anzuwenden.
Der Kurs war eine wertvolle Gelegenheit für die Teilnehmer, ihre Fähigkeiten zu vertiefen und sich auf zukünftige Einsätze in schwierigen und gefährlichen Bergregionen vorzubereiten. Durch die enge Zusammenarbeit und das intensive Training wurde nicht nur das individuelle Können gestärkt, sondern auch der Teamgeist gefördert, der in echten Einsatzsituationen von entscheidender Bedeutung ist.