Josef Lederhaas (1956 – 2019)

Josef Lederhaas (1956 – 2019)

Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.

 

In tiefer Trauer gibt der Bundesverband des Österreichischen Bergrettungsdienst bekannt, dass Josef Lederhaas völlig unerwartet aus dem Kreis seiner Liebsten geschieden ist.

Als langjähriger Bundesverbandsreferent für Lawinen- und Suchhunde, Rechnungsprüfer der Landesleitung Steiermark und Ortsstelle Graz hat Seppolo wie kaum ein anderer über die Ortsstellen-, Bundesland- und Staatsgrenzen hinaus gewirkt und immer das Gemeinsame und Verbindende in den Mittelpunkt gestellt.

Seppolo hinterlässt eine tiefe Lücke im Österreichischen Bergrettungsdienst.

Unsere Gedanken sind bei ihm, seiner Familie, Freunden und Wegbegleitern.

Beileidsbekundungen können an folgende Adresse gesendet werden: landesleitung@bergrettung-stmk.at

 

The news of Josef Lederhaas unexpected death greatly saddened the Austrian Mountain Rescue Service.

Josef will always be remembered as one who’s goal was to jointly work together regardless of any geographical boarders to those who had the pleasure of knowing him.

His family and friends are in our thoughts and prayers.

Expressions of condolences can be sent to: landesleitung@bergrettung-stmk.at

Touren in der Dunkelheit – Planung & Sicherheit am Berg

Touren in der Dunkelheit – Planung & Sicherheit am Berg

Seit dem 27. Oktober herrscht in den Mitteleuropäischen Staaten wieder die Normalzeit – die Uhren werden somit um eine Stunde zurückgestellt. Und obwohl das Vorteile wie die „geschenkte“ Stunde mit sich bringt, sollte sich dies auch auf Euer Verhalten am Berg sowie Euer Sicherheitsdenken auswirken.

Im Vergleich zu den Sommersonnenstunden haben wir ab Ende Oktober wesentlich weniger Stunden am Tag für „lichtrelevante“ Aktivitäten. Ein Appell daher an die Bergfexe hinsichtlich der Ausstattung und der Tourenplanung:

Lampen

Nehmt jedenfalls eine Stirnlampe mit Reservebatterien mit auf Eure Tour. Wichtig ist, die Batterien gesondert zu lagern oder sie so einzusetzen, dass das Licht nicht unabsichtlich im Rucksack angehen kann – das hat schon einige am Berg zum Verzweifeln gebracht. Auch die Art der Stirnlampe ist nicht unwesentlich. Dabei sind Lichtkegel, Reichweite und Lumen relevant. Für Bergsteiger sind Reichweiten zwischen 60 und 80 Meter mit einer Leuchtkraft von rund 130 Lumen und mehr empfehlenswert. Mountainbiker benötigen aufgrund der höheren Geschwindigkeit sowohl eine größere Reichweite als auch stärkere Leuchtkraft. Qualitativ wertvolle Lampen sind darüber hinaus auch gut als Lichtsignal einsetzbar.

Bekleidung

Adäquate Wärmebekleidung ist ein absolutes Muss für Touren, die Gefahren bergen, in der Dunkelheit oder gar nicht zu enden; etwa für den Fall des Biwakierens etc. Ein Biwaksack ist daher schwer zu empfehlen. Auch das Thema Erreichbarkeit erlangt eine höhere Relevanz, da der Sucheinsatz bei Dunkelheit noch schwieriger ist. Die Ortungsmöglichkeiten mit Smartphones sind wesentlich höher als ohne.

Tourenplanung

Start- und Endzeit der Tour müssen an die Sonnenauf- bzw. -untergangszeiten angepasst sein. Plant Eure Tour daher mit einer Gehdauer und einem Sicherheitspuffer. Wetterbedingte Dunkelheit, etwa durch Nebel & Schneefall oder aufgrund der Topographie müssen auch berücksichtigt werden. Die Lichttrübung setzt im Wald bekanntlich früher ein als unter dem freien Himmel.

Sonnenstunden & Äquinoktium

Äqui-Was? Astronomisch gesehen haben wir auf unserer Erde genau zwei Mal im Jahr die Besonderheit, dass die Erdachse der Sonne weder zu- noch weggeneigt ist – das Äquinoktium. Das hat zur Folge, dass die Tages- und Nachtstunden so gut wie ident sind. In weiterer Hinsicht heißt das aber auch, dass vor bzw. nach dieser Tages- und Nachtgleiche die Sonnenstunden kürzer bzw. länger sind. Dieser Hintergrund ist sowohl der Umlaufbahn als auch der Erdneigung zur Sonne geschuldet.
Ganz interessant ist auch, dass die Zeitzonen 15 Grad des Erdäquators ausmachen. Natürlich ist am geographischen Beginn der Zeitzone die Sonne wesentlich früher angelangt als an deren Ende.
Referenzpunkt für die Zeitbemessung ist in Deutschland etwa das zentral gelegene Kassel. In Österreich ist der Referenzpunkt hingegen am 15. Längengrad und damit etwa dort, wo sich das niederösterreichische Gmünd befindet.

140 Notruf

Wir möchten auf diesem Weg in Erinnerung rufen, dass jedes Bergabenteuer auch Gefahren birgt sich zu vergehen und zu spät ans Ziel zu gelangen. Gerade in den kurzen Herbst- und Wintertagen! Bitte daher: Speichert Euch den Bergrettungsnotruf ein, der die nächstgelegene Bergrettungs-Ortsstelle alarmiert.

Tipp: Für EUR 28,-/Jahr unterstützt man nicht nur das ehrenamtliche Engagement von 1.300 Bergretter/innen und deren Ausrüstung, sondern auch die eigene Sicherheit. Eine solche Fördermitgliedschaft bietet außerdem eine Bergekostenversicherung für Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis zu 25.000 Euro. Jetzt förderndes Mitglied werden!

In memoriam – Kurt Ring (1933-1969)

In memoriam – Kurt Ring (1933-1969)

Vor 50 Jahren am 10.11.1969 ereignete sich eine der schwersten österreichischen Bergtragödien.

Für fünf der besten Bergsteiger Österreichs verlor sich die Spur vom oder zum Gipfel des 7661 m hohen Dhaulagiri IV im Himalaya. Mit dabei der technische Leiter der Österreichischen Bergrettung – Ortsstelle St.Pölten, Kurt Ring. Bis zum heutigen Tag gelten sie als verschollen im ewigen Eis.
Ein Anlass sich zurückzuerinnern!

In memoriam – Kurt Ring (1933-1969) 1
In memoriam – Kurt Ring (1933-1969) 2
In memoriam – Kurt Ring (1933-1969) 3
Bericht von Herwig Handler:

Wie ein Keulenschlag hatte uns die Nachricht, dass unsere Freunde am Dhaulagiri IV verschollen sind, getroffen. Die Schwierigkeiten waren überwunden, der Gipfel in Griffweite. Was war geschehen? Fragen über Fragen und keine Antworten.

Die Schwierigkeit und Ausgesetztheit des Weges über den Barriergipfel machte es den verbliebenen Freunden im Basislager unmöglich, nach oben zu gehen. Einzig Leo Graf startete einen Versuch, doch der mit ihm gehende Sherpa verweigerte den weiteren Aufstieg oben am First zwischen Himmel und Erde. Geschlagen und verzweifelt versuchten die Freunde mit Hubschrauber und letztendlich mit einem Militärdüsenjet zumindest Gewissheit zu erlangen, was passiert ist. Doch nichts!

Ing. Oskar Krammer, der mit im Düsenjet mitgeflogen war, berichtet:„Der Schnee war unberührt, weit hinten die leuchtenden Berge Tibets, keine Spuren, kein Abbruch, kein Lager, keine Zelte, kein Farbfleck, der Berg hatte unsere Freunde verschluckt.“

Für die Zurückgebliebenen war es damals eine dramatische Zeit, fünf Familien verloren ihre Söhne, ihre Partner, und wir verloren unsere Freunde, mit denen wir so viele Stunden und Tage am Berg, im Eis und im schweren Fels im Sinne des Wortes verbunden waren.

Wie war Kurt? Fröhlich, aufgeschlossen, immer zum Spaßen aufgelegt, ab und zu ein bisschen ärgerlich, aber vor allem mit Energie und Ehrgeiz ausgestattet. Kurt hatte überdies einen ausgeprägten, talentierten Bewegungsdrang und war trotz seines Könnens und seiner Leistungen bescheiden geblieben.

Mit ihm zu klettern war eine reine Freude. Wie eine Eichkatze huschte er die schwierigsten Routen nach oben, nahm sich kaum Zeit, die Haken richtig zu setzen, und oft kamen diese von selbst, lustig am Seil klingend, einem beim Nachstieg entgegen. „Ich hab’ sie ja nur auf Druck gebraucht, Zug haben sie ja nicht aufnehmen müssen“, war oft sein lakonischer Kommentar dazu.

Die Liebe zu den Bergen aber teilte und pflegte Kurt mit seiner geliebten Ingrid. Die Freundschaft zu ihr, die schon im Kindergarten begann, wurde Jahre später mit dem Bund der Ehe besiegelt. Viele schwierigste Bergfahrten meisterten die Beiden und viele darunter waren Routen, die zum ersten Mal von einer Frau begangen wurden.
Wegen Kurts Bindung zu Ingrid kam es dann oft dazu, dass wir als Dreierseilschaft unterwegs waren. Die Rings mit dem Franzl (DI Architekt Lindner) oder mit mir. Oder wir waren eben als zwei Zweierseilschaften unterwegs. Und wenn wir oft im Zelt, im Biwak zusammen saßen, redeten wir oft über vergangene Erlebnisse und unsere neuen Ziele. Franz und mir war es schon vergönnt gewesen in die Berge der Welt hinauszuziehen und als erste Menschen auf hohen Gipfeln zu stehen. Kurt erhielt die Chance mit der Expedition zum Dhaulagiri IV zu gehen und wir haben uns gemeinsam mit ihm darüber gefreut.
Wenn ich oben am Tirolerkogel bei dem nach allen Himmelsrichtungen und zum Himmel ausgerichtetem Kreuz stehe (errichtet von der Hochgebirgsgruppe ÖAV Sektion St.Pölten, deren Leiter Kurt war, und dem Österreichischen Alpenklub unter Einbindung der St. Pöltner Alpenvereinsjugend), dreht sich das Rad der Zeit zurück. Auf einmal sitzen wir wieder zusammen in den langen Nächte auf unserer Bergrettungshütte. Kurt war unser technischer Leiter, auch beim Pläneschmieden und Kartenspiel. Die Tage im Mont-Blanc-Gebiet, die Biwaks am Walkerpfeiler mit dem gewaltigen Felssturz und in der Nordwand der Plan de Aiguille unter dem mächtigen Übergang vom Felspfeiler zur Eiswand sind wieder vor Augen.
Ja, das Biwak in der Aiguille Nordwand war etwas Besonderes und sicher das Schönste. Kurt, Ingrid, Franz und ich waren den unteren Felspfeiler, Fels bis zum IV. Schwierigkeitsgrad, seilfrei hinaufgestürmt. Wir sahen uns schon auf dem Gipfel, doch der Übergang zum Hängegletscher war eine ca. 40m hohe zum teil überhängende Eiswand. Ein abgespaltener Serac auf halber Höhe schien einen Zugang zu ermöglichen. Aber an der oberen leicht überhängenden Lippe kam das Aus: Zu weich war der überlagerte Firn und bot keine Möglichkeit eine Verankerung zu setzen. Sollte hier die Tour zu Ende sein?
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Lange studierten wir den Abbruch und entdeckten links, nur über eine heikleQuerung erreichbar einen senkrechten leicht überhängenden Eiskamin aus blaugrün spiegelglattem kaltem Eis. Kurt als Seilerster und ich stiegen durch ihn hinauf und setzten ein Fixseil für den morgigen Tag, während Ingrid und Franz einen wunderbaren Biwakplatz bauten. Es war ein Traumbiwak. Wir genossen den ausklingenden Tag, die untergehende Sonne das Angehen der Lichter in Chamonix, das tief unten direkt zu unseren Füßen lag.

Franz war gerade von einer Expedition zurück, er hatte als einziger der Mannschaft den Talung Peak, einen Bergriesen von 7349m im Himalaya, Nepal/Indien in der Kanchenjunga Gruppe, mit seinem Sherpa Nindra ersterstiegen. Jenem Sherpa Nindra, der 5 Jahre später mit Kurt am Dhaulagiri unterwegs war und dann mit unseren Freunden für immer dort geblieben ist.

Es gab viel zu erzählen, wir schwelgten von vergangenen Fahrten, wir planten für die Zukunft, definierten unsere Ziele. Wenn das Wetter passt, werden wir in 2 Tagen zum Walkerpfeiler gehen. Wir waren auch dort. Unter seiner 75m Verschneidung biwakierten wir. In der Nacht riss uns ein gewaltiger Felssturz aus dem Schlaf und wir hatten das Gefühl, dass der ganze Berg in sich zusammenbricht. Am Morgen kehrten Franz und ich hier um. Franz, der direkt von seiner kräftezehrenden Expetition zurückgekehrt war, fühlte sich für den schwierigen Fels noch nicht fit genug.

Für Kurt und Ingrid wurde der Walkerpfeiler einer ihrer Meisterstücke, ein Prüf- und Meilenstein ihres Lebens. Ein gewaltiger Wettersturz mit orkanartigen Stürmen und Schnee bis fast ins Tal fesselte sie am Pfeiler. Gemeinsam mit einer anderen Seilschaft kämpften sie um ihr Leben, kämpften sich durch Schnee, vereisten Fels und den Orkan zum Gipfel. Für uns im Tal waren es schwere Stunden der Ungewissheit.

Sie kamen wieder. Wir waren glücklich. 5 Jahre später war uns dieses Glück verwehrt. Du, lieber Kurt, und deine wie auch unsere Kameraden kamen vom Berg eurer Sehnsucht nicht mehr zurück. Verschollen im ewigen Eis des Dhaulagiri.

Ich erwache aus meinen Tagträumen. Vor mir das Kreuz, das Ringkreuz. Du Kurt und auch deine geliebte Ingrid, die 1997 in einer Lawine ums Leben gekommen ist, seid hier nun wieder vereint. Die Berge waren euer Leben und wurden eure Erfüllung. Es waren herrliche Jahre mit euch! Zeiten, Erlebnisse, die unauslöschbar in unseren Herzen sind und weiterleben. Pfiat euch! Ich komme nach und dann sind wir wieder gemeinsam unterwegs!

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Tag der Wiederbelebung (Gewinnspiel)

Tag der Wiederbelebung (Gewinnspiel)

Es gibt sinnvolle und nutzlose Erinnerungstage. Der 16. Oktober, der Tag der Wiederbelebung, zählt eindeutig zu ersteren. Aber wisst Ihr, wie’s richtig funktioniert? Wie lauten die exakte zeitliche Abfolge, Intensität und die Folgemaßnahmen.

Gewinnspiel

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien verlost unter allen Teilnehmer/innen, die unseren Facebookpost kommentieren, einen 16-Stunden-Erste-Hilfe Kurs in Wien-Schwechat: Facebook-Gewinnspiel.

Wiederbelebung im alpinen Gelände:

  1. Verunfallte Person aus Gefahrenbereich bringen
  2. Initiale Atemkontrolle > Kopf überstrecken, Kinn nach oben > hören, sehen, fühlen (Luftstrom & Brustkorb)
  3. > Keine Atmung liegt vor > Wiederbelebung
  4. Herz Druck Massagen (30:2; 30 mal 5-6 cm Brustbein eindrücken, 2 mal beatmen)
  5. Beatmungen (Mund zu Mund) > Kopf überstrecken, Mund vollständig umschließen, Nase währenddessen zuhalten, Brustkorb muss sich sehbar heben.
  6. Setzt Atmung wieder ein > stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
  7. Alle 2 Minuten erneute Atemkontrolle bis die Bergrettung (Notruf 140) eintrifft und übernimmt

 

Teilnahmebedingungen:
Die Bergrettung Niederösterreich/Wien veranstaltet ein Gewinnspiel und verlost einen 16-Stunden-Erste-Hilfe Kurs unter jenen Teilnehmer/innen, die am Tag der Wiederbelebung, 16. Oktober 2019, am Facebookgewinnspiel (Link:) teilnehmen. Dieses Gewinnspiel wird ausschließlich auf Initiative der Bergrettung NÖ/Wien durchgeführt. Der Termin für diesen Erste-Hilfe-Kurs wird nach Vereinbarung und Verfügbarkeit mit dem/der Gewinner/in vereinbart.
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, ist ein Facebook-Kommentar unter dem Posting vom 16. Oktober 2019 nötig. Der Teilnahmezeitraum ist der 16.10.2019, 23:59:59. Nach Teilnahmeschluss eingehende Kommentare werden bei der Auslosung nicht berücksichtigt. Pro Teilnehmer nimmt nur ein Posting am Gewinnspiel teil – die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Die Verlosung erfolgt per Zufall am darauffolgenden Tag. Teilnehmen dürfen alle ab dem vollendetem 16. Lebensjahr. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Mitglieder der Bergrettung NÖ/Wien. Der/die Gewinner/in wird über die Facebook-Seite der Bergrettung NÖ/W benachrichtigt. Barauszahlung des gewonnenen Preises ist nicht möglich. Die Manipulationen des Gewinnspiels in jeglicher Form ist nicht gestattet. Der Gewinn ist nicht übertragbar und gilt ausschließlich für den/die Gewinner/in. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir behalten uns das Recht vor, Teilnehmer/innen bei Verstößen gegen diese Teilnahmebedingungen oder bei sonstigen Manipulationen auszuschließen. In diesen Fällen können gegebenenfalls die Gewinne von uns aberkannt werden. Die Daten des/r Teilnehmer/in werden nur bis zur Abwicklung der Gewinnvergabe und den Gewinnberichten gespeichert. Mit der Teilnahme erklärt sich der Teilnehmer einverstanden, dass die Bergrettung NÖ/Wien über seine Teilnahme am Gewinnspiel und den Gewinn mit Namen und Bild berichtet oder berichten lässt. Der/die Teilnehmer/in kann die Zustimmungen jederzeit schriftlich mit einer E-Mail an office@bergrettung-nw.at widerrufen und somit von der Teilnahme zurückzutreten. Diese Teilnahmebedingungen und die gesamte Rechtsbeziehung zwischen den Teilnehmer/innen und uns unterliegen ausschließlich dem österreichischen Recht. Sollten einzelne Bestimmungen der Teilnahmebedingungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Teilnahmebedingungen unberührt. An ihre Stelle tritt eine angemessene Regelung, die dem wirtschaftlichen Ziel der unwirksamen Bestimmung am ehesten entspricht. Diese Teilnahmebedingungen können jederzeit von uns ohne gesonderte Benachrichtigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.
„Wir müssen auch an unsere eigene Sicherheit denken“

„Wir müssen auch an unsere eigene Sicherheit denken“

Die Bergrettung hilft im Gebirge weiter wo für andere Schluss ist. Doch was, wenn die Retter dadurch selbst in eine Notsituation kommen? Für Landeseinsatzleiter Martin Gurdet steht der Schutz der Mannschaft über halsbrecherischen Rettungsaktionen.

Sechs verletzte Bergretter aus der Steiermark und Niederösterreich durch Blitzschlag an einem Klettersteig – das ist die Bilanz eines Einsatzes im Juli am Hochkar. Die verletzte Person wurde bereits vom Hubschrauber aus der Wand geflogen, die Mannschaft befand sich nach der Rettungsaktion im Abstieg als der Blitz einfuhr. Zum Glück kamen alle mit leichten Blessuren davon.

Schauplatzwechsel. Es war im Jänner als es in Hohenberg nicht mehr zu schneien aufhörte. Bei Lawinenwarnstufe vier kam die Meldung über zwei vermisste Schitourengeher. Eine Suchmannschaft formierte sich, die Retterinnen und Retter wollten ihr Bestes geben. Nach einer Risikobewertung durch den Einsatzleiter gab es dann genaue Vorgaben wo gesucht werden könne und welche Bereiche als „No Go Areas“ eingestuft waren. Dass dabei die Wahrscheinlichkeit, die Vermissten noch lebend zu finden sank, nahm er in Kauf, doch zugleich sank dabei auch das Risiko für die Bergretter, selbst von einer Lawine erfasst zu werden.

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Risikobeurteilung vor jedem Einsatz
Zurück in den Sommer. Martin Gurdet, Landeseinsatzleiter der Bergrettung Niederösterreich / Wien und selbst Bergretter in der Ortsstelle Grünbach, schildert das Problem so: „Natürlich wollen wir unser Bestes geben und den Menschen helfen, wenn sie in einer Notsituation sind. Sich halsbrecherisch in den Einsatz zu stürzen bringt aber niemandem etwas.“ Ein Einsatzleiter müsse vor jeder Aktion das Risiko für seine Mannschaft abwägen und entscheiden ob es verantwortlich ist, sich einer Gefahr auszusetzen. Jeder Bergretter und jede Bergretterin trägt dabei auch eine Eigenverantwortung und schätzt das Risiko für sich selbst ein. „Im Einsatzfall sind wir natürlich bereit an die Grenzen des Zumutbaren zu gehen um Menschen aus misslichen Lagen zu befreien“, so Gurdet.

Er erzählt von einer Begebenheit an der Hohen Wand. Er selbst hatte an einem Sommertag Dienst und bemerkte ein herannahendes Gewitter über Rax und Schneeberg. Kurze Zeit später zuckten auch über seinem Dienstgebiet die Blitze vom Himmel und Hagelgeschosse zerplatzten an den Felsen. Als das Unwetter vorüber war kam der Notruf von vier Klettersteiggehern, die das Gewitter im Gebirgsvereinssteig überstanden und nun Hilfe benötigten, da sie auf den nassen Felsen nicht mehr weitergehen konnten. „Die Leute warteten im unteren Abschnitt des Steiges auf unsere Hilfe. Warum sie trotz des herannahenden Gewitters in den Klettersteig einstiegen entzieht sich unserer Kenntnis“, erzählt der erfahrene Bergretter und fährt fort: „Auch hier war eine Risikoanalyse durchzuführen, die bei weiteren Blitzeinschlägen eine Unterbrechung der Rettung bedeutet hätte. Zum Glück für die vier Bergsteiger hat schon wieder die Sonne geschienen und die Gewitterzelle war in sicherem Abstand, als wir zum Einstieg kamen.“

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„Können auch mal nicht kommen“
Gurdet appelliert an die Eigenverantwortung der Bergsteiger sich erst gar nicht in Situationen zu begeben, die möglicherweise eine Rettungsaktion nach sich ziehen könnten. Oft kämen Bergsteiger unverschuldet in Schwierigkeiten, aber oft hätten in Not geratene ihre Situation im Vorfeld vermeiden können, wenn sie sich den Umständen und ihren Fähigkeiten entsprechend verhalten hätten. Die Bergrettung kann durch Mannschaftsstärke und Fähigkeiten schwierige Situationen meistern um in Not geratenen Menschen am Berg zu helfen. Doch wenn die äußeren Umstände eine Rettungsaktion einfach nicht zulassen könne er es als Einsatzleiter nicht verantworten, seine Leute einer zu großen Gefahr auszusetzen. „Wir können auch mal nicht kommen. Das muss allen auch klar sein. Wir müssen auch an unsere eigene Sicherheit denken“, stellt Gurdet unmissverständlich klar.

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 Gewitter im Gebirge

Ein Gewitter in den Bergen zählt zu einer der gefährlichsten Situationen. Daher trägt sorgfältige Tourenplanung, das Einholen des Wetterberichtes und das Beobachten des Wetters auch während der Tour, eine auf das Wetter abgestimmte Tourenplanung, die daraus resultierende Bekleidung und Ausrüstung, wesentlich zur vorbeugenden Unfallverhüttung und zu einem schönen erholsamen Bergerlebnis bei.

Sollte man trotz gewissenhafter Vorbereitung von einem Unwetter überrascht werden kann man einige Maßnahmen treffen. Der alte Volksglaube bei einem Gewitter: „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ ist ein gefährlicher Unsinn! Kein Baum schützt vor Blitzschlag, im Gegenteil – sehr oft schlägt der Blitz in Bäume ein!

Maßnahmen bei Gewitter im Gebirge

  • Wettervorhersagen im Voraus einholen, aber auch während der Tour.
  • Die Wetterentwicklung beobachten.
  • Aus Haufen-, bzw. Quellwolken entwickeln sich Wärmegewitter, die am frühen Nachmittag sowie am Abend möglich sind. Besteht diese Gefahr, ist eine Tour so zu planen dass sie möglichst früh abgeschlossen ist oder man einen schützenden Bereich erreicht hat (Hütte, offene Unterstände sind NICHT sicher!).
  • Häufig entwickelt sich beim Durchzug einer Kaltfront vor dieser ein Frontgewitter, es bringt einen Wettersturz mit sich. In diesem Fall sind kurze Touren zu planen die man jederzeit abbrechen kann.
  • Beobachtet man ein sogenanntes Wetterleuchten (Blitze am Horizont, kein Donner zu hören) ist die Gewitterzelle noch ca. 18 Kilometer entfernt. Selbst in diesem Fall ist die Tour vorzeitig abzubrechen oder ein geschützter Bereich aufzusuchen, da bis zu einer Entfernung von fünf Kilometern Entfernung vom Gewitter-Zentrum Blitze einschlagen können.
  • Rechtzeitig exponierte Stellen, Gipfelkreuze, Grate, hohe einzeln stehende Bäume meiden, große weite Flächen, wasserführende Bereiche, morastige Flächen, verlassen.
  • Ausrüstungsgegenstände aus Metall weit entfernt deponieren.
  • Wenn möglich auf einer isolierenden Ausrüstung (Rucksack, Kletterseil) mit geschlossenen Füssen (keine Schrittstellung!) kauern, möglichst klein machen. Nicht Stehen, Gehen, Laufen sowie auf dem Boden liegen.
  • An versicherten Klettersteigen mit Selbstsicherung an Steigbügeln gesichert bleiben, Drahtseile meiden!
  • Auch flache nasse Höhlen und Überhänge, bieten keinen Schutz! Die Höhle soll mindestens drei Meter tief sein wobei man sich nicht an die Höhlenwand setzen soll (eine Körperlänge Abstand!)
  • Keine Gruppen bilden!

Blitzschlag und die Folgen

Wird man direkt von einem Blitz getroffen hat man nur geringe Überlebenschancen. Das Verletzungsbild gleicht einem Stromunfall. Die möglichen Folgen sind

  • Herzstillstand
  • Kammerflimmern
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemstillstand
  • Verbrennungen
  • Lähmungen
  • Knochenbrüche und andere Verletzungen
  • Seh- und Gehörstörungen
  • Veränderungen der Persönlichkeit

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Wie bei jedem Unfall ist auch bei einem Blitzunfall rasche Erste Hilfe wichtig. Da bei einem Blitzschlag in erster Linie der Kreislauf beeinträchtig wird, ist die Atmung und die Bewusstseinskontrolle die erste Maßnahme. Der Notruf 140 (Bergrettung) ist sofort abzusetzen da ärztliche Behandlung auf jeden Fall nötig ist (Herzrhythmusstörungen?). Bei Herzstillstand ist mit der Herzmassage sofort zu beginnen, nach 30 Herzdruckmassagen sind 2 Atemspenden abzugeben. Verbrennungen und Verletzungen werden steril abgedeckt. Der Patient ist vor Unterkühlung zu schützen.

Fotos: Symbolbilder © ÖBRD, Bruno Glätsch (Pixabay)

Woher kommen die steigenden Einsatzzahlen? (mit Video-Link und Tipps)

Woher kommen die steigenden Einsatzzahlen? (mit Video-Link und Tipps)

Der langjährige Bergretter und Experte Hubert Köttritsch (Ortsstelle Amstetten) spricht in ORF NÖ Heute (Video-Link) an, was viele unserer 1.300 Bergretter/innen derzeit bewegt und in Atem hält. Unsere Rettungsorganisation hat angesichts der schönen Tage und des guten Wetters Hochkonjunktur. Wie die steigenden Einsatzzahlen in diesem Jahr aussehen und was zu dem drastischen Anstieg geführt hat, lest Ihr hier. Außerdem findet Ihr hilfreiche Tipps unserer Redaktion.

In Summe waren es 540 Mal, dass Bergretterinnen und Bergretter in Niederösterreich im ersten Halbjahr 2019 ausrücken mussten. Das sind bereits drei Viertel der gesamten Einsätze des letzten Jahres – da waren es laut Statistik der Bergrettung NÖ/W 720 Mal in Summe. Das Kuratorium für alpine Sicherheit – es erhebt die Alpinunfalldatenbank gemeinsam mit der Alpinpolizei BM.I halbjährlich – hat festgestellt, dass ein Drittel aller Notrufe von unverletzten Bergsteigerinnen und Bergsteigern ausgehen. Das liegt einerseits an der schlechten Vorbereitung hinsichtlich der Wetter- und Tourenplanung, andererseits ist dies unzureichender Ausrüstung oder Kondition des Notrufers/der Notruferin geschuldet. Wiederum ist auch eine gute Ausrüstung kein Garant für eine vorfallsfreie Tour, denn oftmals fehlt es an Wissen, wie Klettersteigset, Selbstsicherung oder Seil zu handhaben sind.

Tipp: Unser Tipp lautet daher sich so oft als möglich an Kursen der Bergsportorganisationen wie dem Alpenverein anzuschließen und sich nachhaltiges Wissen anzueignen. Oft ist man in Notfallsituation so auf die eigene Unversehrtheit konzentriert, dass man die einfachsten Griffe, wie die Bedienung eines Klettersteigsets vergisst. Die Tourenplanung und das Studieren des Wetters hat jedenfalls am Vorabend zu erfolgen, sodass noch genügend Zeit zum Umdisponieren bleibt. Wenn kein oder schlechtes Vorwissen über die bevorstehende Tour besteht, empfiehlt es sich mindestens eine Wanderkarte des Alpenvereins oä. (1:25000 oder detaillierter) zu organisieren und zusätzlich GPS fähige Mobiltelefone und/oder Tracking Uhren mitzuführen. Nicht zu vergessen ist außerdem, dass Datenverbindungen im Gebirge oft und gerne abreißen – eine mehrheitliche Absicherung durch Karte, Kompass und diverse Mobiledevices ist daher empfohlen.

Unsicherheitsfaktor Wetter?

Was viele noch von ihren bergaffinen Großeltern mit auf den Weg bekommen haben, gerät heute im Lichte des großen Zeit- und Freizeitstresses in Vergessenheit: Das Wetter kann in den Bergen blitzschnell umschlagen. Das hängt vor allem mit der Topographie und den Temperaturunterschieden in gebirgigen Regionen zusammen. Alle Schneeberg-erfahrenen Bergsteiger/innen zum Beispiel wissen, dass das Wetter hier immer eine konstante Unsicherheit birgt; Wind, Regen, Schnee und Sturm können auf der Fischerhütte plötzlich auftreten, wovor in Puchberg gerade noch strahlender Sonnenschein vorgeherrscht hat.

Wie verhält es sich mit eigener Geschicklichkeit und Kondition?

Nach wie vor stellen die Hauptgefahren des Bewegens im Bergland die fehlende Trittsicherheit, Balance und Kondition dar. Stürzen, Stolpern und Ausrutschen sind immer ein Zeichen von Müdigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit nach anstrengenden Aufstiegshöhenmetern. Sobald man dies am eigenen Gang vernimmt, ist volle Aufmerksamkeit geboten: Ab sofort sollte der volle Fokus auf das behutsame Gehen im Gelände gerichtet sein. Vor allem beim Absteigen ist hier Vorsicht geboten.

Tipp: Lieber einmal zu viel rasten und zur Stärke zurückfinden, als einmal zu wenig und einen unbedachten Schritt machen. Das gilt für einen selbst, wie für seine Begleiter!

Unsicherheit durch Herz-Kreislauf-Probleme?

Auch Herz-Kreislauf-Probleme beim Aufstieg gehören zu jenen wesentlichen Faktoren, die die Bergrettung zum Ausrücken zwingt. Gerade während großer Hitzeperioden ist das Mitbringen von genügend Wasservorräten unabdingbar. Überanstrengung führt oft zu Schwindelanfällen oder Schweisausbrüchen, die bei anfälligen, geschwächten oder altersschwachen Personen als Vorboten von Herz- & Kreislaufproblemen gewertet werden können. Der Wetter- und Temperaturverlauf trägt oft zum selben Effekt bei: Pralle Sonneneinstrahlung, gefolgt von kalten Windböen gepaart mit verschwitzter Bekleidung kann bei sensiblen Personen ebenso zu Problemen führen.

Tipp: Sobald akute Probleme dieser Art auftreten lautet das Gebot: Ausreichend trinken, Beine hoch, kühles Wasser über Puls und Hände fließen lassen. Kalt-warme Wechselbäder, regelmäßige Bewegung und der Verzicht oder die Einschränkung von Genussmitteln (wie ungesundes Essen, Zigaretten und Alkohol,…) verringern bekanntlich das Risiko von Herz-Kreislauf-Problemen – daher: Empfehlung.

War sonst noch was?

Selbst die hartgesottensten Bergsteiger/innen mit der besten Ausrüstung sind nicht vor Unfällen gefeit. Wir möchten allen Bergfexen in Erinnerung rufen – Bergsteigen ist ein Abenteuer, dass immer unvorhersehbare Parameter mit sich bringt. Unser Appell lautet daher stets neben Vorsicht auch Vorbereitung walten zu lassen und sich auf die Expertise von Profis im Notfall wie der Bergrettung zu verlassen.

Tipp: Für EUR 28,-/Jahr unterstützt man nicht nur das ehrenamtliche Engagment von 1.300 Bergretter/innen und deren Ausrüstung, sondern auch die eigene Sicherheit. Eine solche Fördermitgliedschaft bietet außerdem eine Bergekostenversicherung für Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis zu 25.000 Euro. Jetzt förderndes Mitglied werden!