Einer der größten Waldbrände in der Geschichte Österreichs

Einer der größten Waldbrände in der Geschichte Österreichs

Eine Chronologie aus Sicht der Bergrettung

 

Montag, 25.10.2021 – Tag 1

Als an diesem strahlenden Herbsttag um 12:06 Uhr die folgende Einsatzmeldung für die Bergrettung Reichenau hereinkommt, ahnt noch niemand, dass dies den Beginn eines fast zweiwöchigen Katastropheneinsatzes im Zuge „eines der größten Waldbrände in der Geschichte Österreichs“ einläutet:

„Hirschwang/Rax, Waldbrand, Personenschaden unbekannt, Feuerwehr und Polizei in Anfahrt, Feuer – unbekannter Zustand.“

Schnell stellt sich heraus, dass glücklicherweise keine Personen unmittelbar betroffen oder gar zu Schaden gekommen sind. Ebenso rasch klar ist allerdings auch, dass der Brand, der am Mittagsstein gegenüber der Raxseilbahn ausgebrochen ist, nicht so einfach in den Griff zu bekommen ist. Der starke Wind facht das Feuer, das auf einer Fläche von rund fünf Hektar wütet, immer wieder an.

Nach einem ersten Lagebild wird ein Feuerwehrtrupp mit Löschdecken zu Fuß losgeschickt. Aufgabe der Bergrettung ist es, für die Sicherheit der Feuerwehrleute in dem steilen, unwegsamen Gelände zu sorgen. Die Bodentruppen müssen jedoch rasch wieder abgezogen werden, da Steinschlag und herabfallende brennende Wurzelstöcke eine beträchtliche Gefahr für die Einsatzkräfte darstellen. Mit Hilfe von drei Hubschraubern des Innenministeriums sowie eines Black Hawks des Bundesheeres wird ein Löschversuch aus der Luft unternommen – mit mäßigem Erfolg. Mit Einbruch der Dunkelheit wird der Einsatz unterbrochen. Insgesamt waren an diesem Tag 240 Einsatzkräfte unterwegs, darunter 20 Personen der Bergrettung Reichenau. Vorläufiges Einsatzende für die Bergrettung Reichenau: 18:19.

Dienstag, 26.10.2021 – Tag 2

Als der Morgen des 26. Oktobers anbricht, hat sich der Brand mittlerweile auf eine Fläche von etwa 115 Hektar ausgebreitet. Die Feuerwehr spricht bereits von dem „größten Waldbrand, den es je gab“. Nach wie vor erfolgt der Löscheinsatz aus Sicherheitsgründen vorwiegend aus der Luft. Insgesamt sind an diesem Tag acht Helikopter, darunter zwei Black Hawk des Bundesheeres unermüdlich mit der Bekämpfung der Flammen beschäftigt.

Rechts und links des Brandherdes werden Brandschneisen geschlagen, um das Feuer einzudämmen.  Die Ortstelle Reichenau hält sich in Bereitschaft und steht auf Abruf zur Verfügung, um die Feuerwehr in jeder erdenklichen Weise zu unterstützen, sobald etwa Sicherungsarbeiten zu leisten sind oder sich jemand aus der Schar der rund 300 Einsatzkräfte vor Ort verletzten sollte. Gleich am Vormittag, um 10:21 Uhr, kommt es tatsächlich zu einem Vorfall, bei dem ein 53-jähriger Forstarbeiter verletzt wird und versorgt werden muss.

Seitens der Bergrettung Reichenau wird am Nachmittag der zuständige Gebietseinsatzleiter über eine voraussichtliche längere Einsatzdauer informiert. Noch steht nicht fest, in welchem Ausmaß und in welcher Form die Unterstützung der Bergrettung in den nächsten Tagen erforderlich sein wird und ob diese Aufgabe durch die Ortstellenmitglieder Reichenaus allein bewältigbar ist. Einsatzkräfte aus den Nachbarortsstellen machen sich für einen möglichen Gebietseinsatz bereit.

Mittwoch, 27.10. – Tag 3

Die Situation spitzt sich zunehmend zu. Der Waldbrand wird rückwirkend mit Dienstagfrüh zum Katastropheneinsatz erklärt. Alle Kräfte müssen aufgeboten werden, um nicht auf eine weitere – womöglich noch viel größere Katastrophe zuzusteuern: Der Wind hat sich gedreht und es besteht die Gefahr, dass das Feuer auf das gegenüberliegende Raxgebiet übergreift. In der Früh wird der Einsatzstab der Bergrettung unter der Führung von Gebietsleiter Hans Hirschler gebildet. Am Nachmittag wird die durch das Höllental führende Bundesstraße für unbestimmte Zeit gesperrt.

Um 12:37 Uhr wird seitens der Bergrettung Gebietsalarm ausgelöst und Einsatzkräfte aus den umliegenden Ortschaften angefordert. Ab dem frühen Nachmittag ist die Bergrettung mit fünf Mannschaften im Einsatz, um die Feuerwehrleute sowie die Forstarbeiter, welche mit dem Schlagen der Brandschneisen beauftragt sind, bestmöglich zu unterstützen. Mit einer Gruppe ist die Bergrettung im Bereich Fuchslochgraben zugegen, um die Waldbrandgruppe im steilen, teils felsdurchsetzten Gelände zu sichern.  Darüber hinaus ist die Bergrettung dabei behilflich, eine Wasserversorgung von der Schwarza zur Bundesstraße zu legen, um dort für einen etwaigen Funkenschlag auf die Rax gewappnet zu sein. Auch für die Verpflegung der Holzschlägertruppe wird seitens der Bergrettung gesorgt. Am Boden sind darüber hinaus weitere 13 Bergretter:innen in Bereitschaft, welche abrufbar sind, sobald die Feuerwehren in das Steilgelände vorrücken kann, als auch um als Rettungsgruppe für verletzte Personen zur Verfügung zu stehen.

Donnerstag, 28.10. – Tag 4

Am frühen Morgen treffen die Helferinnen und Helfer nach und nach in der Bergrettungszentrale ein. Nachdem sich die Einsatzleitung der Bergrettung in Hirschwang mit den übrigen Einsatzorganisationen abgestimmt hat, werden die Bergretter:innen den verschiedenen Gruppen zugeteilt und genau im Hinblick auf ihren jeweiligen Aufgabenbereich instruiert. Der Unterstützungseinsatz direkt am Einsatzort umfasst insbesondere die Sicherung im Steilgelände einschließlich der Errichtung von Seilgeländer und die Unterstützung bei der Wegfindung, Gelände- und Glutnestererkundung. Im Falle einer Verletztenbergung im Katastrophengelände steht eine Rettungstruppe unmittelbar zur Verfügung. Die Mannschaften sind sowohl bei der Verteidigungsfront im Bereich Fuchslochgraben/Feuerschneise West, bei der Feuerschneise Ost am Haaberg, als auch nach Bedarf im restlichen Katastrophengebiet vor Ort.

Aber nicht nur im Gelände sind Know How und höchste Einsatzbereitschaft der Bergretter:innen gefragt. Insbesondere die Einsatzleitung, welche primär von der Einsatzzentrale in Reichenau aus agiert, ist stark gefordert. An diesem Donnerstag, dem bereits vierten Einsatztag in Folge, steht die Bergrettung mit rund 50 Bergretter:innen aus ganz Niederösterreich sowie sieben Kraftfahrzeugen beim Waldbrand am Mittagsstein im Einsatz. Nochmal so viele sind aus den Gebieten Süd, Mitte und West in Reservebereitschaft. Neben der Koordination der Einsatzkräfte obliegt der Leitung nicht zuletzt auch die Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit der gesamten Mannschaft. Um diese zu gewährleisten und die Helfer:innen – einschließlich der unterstützten Feuerwehrkräfte – keiner vermeidbaren Gefahr auszusetzen, ist eine kontinuierliche Einschätzung und Überwachung der Lage unumgänglich. In dem steilen und felsdurchsetzten Gelände lösen sich etwa immer wieder Felsen aufgrund der Hitze.

Auch Fahrer und administrative Kräfte sind unermüdlich im Einsatz. Die eingesetzten Lenker:innen bringen Personen, Material sowie Verpflegung zum jeweils gewünschten Ort und legen dabei viele Kilometer zurück. Ein Einsatzprotokoll ist zu führen, benötigtes Material muss vorbereitet werden, der Informationsfluss über Funk (oder auch Telefon) ist zu koordinieren, damit etwa das angeforderte Material auch an den jeweiligen Bestimmungsort gelangt. Pressearbeit wird geleistet, unzählige Fotos und auch Videos für die Medienarbeit, aber auch zum Zweck der Einsatzplanung und Lagebeurteilung aufgenommen. Eine Anzahl von Einsatzkräften verharrt viele Stunden in Warteposition etwa für den Fall eines Unfalls im Rahmen des Brandeinsatzes oder um Kamerad:innen später abzulösen, was sich mitunter als größere Belastung erweisen kann als sich kontinuierlich aktiv einbringen zu können. Die Wichtigkeit dieser Reservemannschaft wird durch zwei weitere Vorfälle, bei denen sich Feuerwehrleute Verletzungen zuziehen, unterstrichen.

Kurz vor 17 Uhr trifft in der Zentrale ein Vertreter der Bergwacht Bayern ein, welcher über wertvolle Erfahrungen mit ähnlichen Einsätzen verfügt und dem Team in den nächsten Tagen beratend zur Seite steht. Auch hochrangige Politiker reisen an, um sich ein Bild der Lage zu machen, unter anderem in Person von Bundeskanzler Schallenberg. Dieser bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, zwischen Feuerwehr, Bundesheer, Polizei, Bergrettung und Rotem Kreuz als „wirklich beeindruckend“.

Ab 17:30 Uhr beginnen die Mannschaften der Bergrettung abzurücken, nach dem Eintreffen der letzten Gruppe erfolgt die Abschlussbesprechung. Die Einsatzleitung legt die (vorläufige) Gruppeneinteilung für den nächsten Tag fest.

Freitag, 29.10. – Tag 5:

Als die Einsatzkräfte in der Früh wieder in der Zentrale einrücken, steht bereits fest, dass sich die seitens der Forstverwaltung geäußerten Befürchtungen bewahrheitet haben: der Wind hat über Nacht die Glutnester neu entfacht und der am Abend des Vortages vorwiegend in der Erde schwelende Brand hat sich weiter – nämlich in Richtung Feichtaberg – ausgebreitet. In der Morgendämmerung erscheint der brennende Berg noch bedrohlicher. Die ostseitig geschlagene Feuerschneise am Haaberg wurde vom Feuer übersprungen, eine neue muss rasch geschlagen werden.

Mittlerweile wurde von 50 auf 60 Bergretter:innen aufgestockt, weitere Verstärkung soll folgen. Wie am Vortag werden rasch mehrere Mannschaften losgeschickt, um der Feuerwehr zu assistieren, Sicherungsarbeiten zu übernehmen, Glutnester aufzuspüren und vieles mehr. Aus den Funksprüchen der Bergretter:innen, die mit der Ortsstellenzentrale in ständigem Kontakt stehen, um über die Situation vor Ort informieren, lässt sich der Ernst der Lage deutlich ablesen. Von der Gruppe Haaberg wird starke Rauchentwicklung gemeldet, die Schütt ist steinschlaggefährdet und nicht begehbar, das Feuer wütet etwa 50 m östlich der Schütt. Die Gruppe Jagdsteig gibt die Info weiter, dass eine Reihe von Glutnestern aufgefunden wurde. Erneut meldet sich die Gruppe Haaberg: Ein brennender Wurzelstock ist in die neu geschlagene Waldbrandschneise gefallen, ein Löschhubschrauber ist auf dem Weg. Seitens der Forstverwaltung werden zwei Bergrettungsmitglieder angefordert, die als Warnposten fungieren sollen.

Die Einsatzleitung berät intensiv über die weitere Vorgehensweise. Die Sicherheit aller Beteiligten muss an erster Stelle stehen. Die Situation muss ständig aufs Neue evaluieren werden, daher kann ein Rückzug auch jederzeit erforderlich sein. Die Bergrettung hat aber auch die Sicherheit der Wanderer im Blick, die sich im Gebiet aufhalten. Zwei Bergretter werden losgeschickt, um am Feichtaberg Warnschilder zu plakatieren.

Am Kaisersteig oberhalb des Friedhofs in etwa 760m Seehöhe soll ein 8000 l-Falttank aufgestellt werden, der auch in der Nacht genutzt werden soll, um eine erneute Verschlimmerung der Lage über Nacht zu verhindern. Hierfür wird auch die Unterstützung der Bergrettung benötigt – eine Liste mit Bergretter:innen, die die Nachtwache übernehmen werden, wird erstellt.  Um 19 Uhr geht die erste Gruppe der Nachtmannschaft in den Einsatz. Gegen Mitternacht erfolgt wieder eine Lagebesprechung mit der Feuerwehr. Nachdem die Lage im Bereich oberhalb des Friedhof immer gefährlicher wird, wird entschieden, dass ein sichererer Aufenthaltsort aufgesucht wird. Eine kleine vorgeschobene Beobachtergruppe bleibt vor Ort.

Samstag, 30.10. – Tag 6:

Zeitig in der Früh, mit dem ersten Tageslicht, steigt eine Gruppe von Bergretter:innen auf, um den Zustand der am Vortag errichteten Seilgeländer zu kontrollieren. 68 ehrenamtliche Helfer:innen sind aus der Reihe der Bergretter:innen vor Ort, darunter auch Mannschaften aus der Steiermark mit elf Personen. Die bayrische Bergwacht stellt weitere vier Kräfte.

Um 11:21 Uhr kommt die Meldung, dass um ca. 14 Uhr Löschflugzeuge aus Italien im Anflug auf Reichenau sein werden. Mit Beginn des Löschflugzeug-Einsatzes um 15:15 Uhr erfolgt der Rückzug aller Mannschaften ins Tal.

Während die Einsatzkräfte der verschiedenen Einsatzorganisationen sich nun schon den sechsten Tag intensiv der Bekämpfung des verheerenden Brandereignisses widmen, tritt nun eine weitere, deutlich subtiler agierende Bedrohung auf den Plan. Es wird bekannt, dass es in den Reihen der eingesetzten Feuerwehrleute zu Covid-Fällen gekommen sein soll. Die Einsatzleitung reagiert rasch: Die gültigen Covid-Maßnahmen werden kurzfristig drastisch verschärft – die bestehende 3G-Regel wird zu einer 2G-Regel und das Höchstalter der beim Waldbrand eingesetzten Bergretter:innen auf 60 Jahre reduziert. Ebenso außer Dienst gestellt werden Risikopatient:innen. Die (tägliche) Durchführung eines Antigen-Tests vor Ort wird für alle Einsatzkräfte zur Voraussetzung für die Teilnahme am Einsatzgeschehen gemacht. Diese Regelungen treten mit dem Folgetag in Kraft.

Über Nacht wird eine Rufbereitschaft mit der Feuerwehr vereinbart.

Sonntag, 31.10. – Tag 7:

Der Hauptschwerpunkt liegt nun auf der Brandbekämpfung aus der Luft. Es sind insgesamt 16 Fluggeräte im Einsatz, die sich vorwiegend auf den Bereich Mittagsstein, wo der Brand seinen Ursprung genommen hat, konzentrieren. Der Einsatzbereich der Bergrettung bzw. der Bodenmannschaften der Feuerwehr liegt vorwiegend im Bereich Haaberg. Ganz nebenbei ist seitens der Bergrettung – ebenso wie am Vortag – auch ein Einsatz auf der Rax abzuwickeln.

Die Bemühungen der Einsatzkräfte in Verbindung mit dem großangelegten Löschangriff aus der Luft scheinen nun endlich Wirkung zu zeigen. Viele Glutnester konnten abgelöscht werden. Nun hofft man auf Regen, der für den nächsten Tag – allerdings erst am Abend – angekündigt ist.

Montag, 1.11. – Tag 8

Die Maßnahmen des Vortages werden auch am Allerheiligentag fortgesetzt. Nach wie vor konzentrieren sich die Bodenmannschaften einschließlich der Bergrettung auf das Gebiet Haaberg. Unterstützung erhält die Ortstelle Reichenau heute nicht nur aus anderen Ortstellen (aus Niederösterreich sowie Oberösterreich), sondern auch von sechs Personen der Höhenrettung Wien, welche sich aus der Berufsfeuerwehr Wien rekrutiert.

Im Zuge des Antigen-Screenings tritt nun der erste Covid-Verdachtsfall auch in den Reihen der Bergrettung auf. Die Mannschaft wird umgehend davon in Kenntnis gesetzt und auf die Gefahr einer möglichen Ansteckung hingewiesen.

Der ersehnte Wetterumschwung trifft wie vorhergesagt ein. Von Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden regnet oder schneit es im Schneeberg-Gebiet – allerdings nicht ausreichend, um den Waldbrand gänzlich zu beenden.

Dienstag, 2.11. – Tag 9

Der Regen am Vortag hat leichte Entspannung gebracht, gleichzeitig aber die unwegsamen Steige sehr rutschig gemacht, was den Einsatz im steilen Gelände nun noch zusätzlich erschwert. Umso wichtiger ist die optimale Sicherung durch die Bergrettung, um Unfälle zu vermeiden. Auch an diesem Tag ist die Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Wien zugegen und übernimmt zusammen mit Bergretter:innen diese verantwortungsvolle Aufgabe. Auch in die Suche nach Glutnestern sind die Mannschaften weiterhin involviert. Insgesamt elf Hubschrauber, darunter zwei Spezialhelikopter aus Deutschland, führen weiterhin die Brandbekämpfung aus der Luft durch.

An der Lagebesprechung in Hirschwang nehmen an diesem Tag auch Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner und Verteidigungsministerin Tanner teil.

Der Covid-Verdachtsfall in den Reihen der Bergrettung bestätigt sich. Im Rahmen der Antigentests sind darüber hinaus weitere Verdachtsfälle identifiziert worden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, fällt die Entscheidung, keine neuen Kräfte mehr heranzuziehen, sondern ausschließlich jene, die bereits bisher im Rahmen des Einsatzes aktiv gewesen sind.

Mittwoch, 3.11. – Tag 10

Als sich am Mittwoch eine Reihe weiterer Verdachtsfälle bestätigt, muss eine schwierige Entscheidung getroffen werden. Bereits sieben Bergretter:innen – alle geimpft – weisen ein positives Testergebnis aus. Um die Einsatzfähigkeit an den Ortstellen nicht zu gefährden, fasst die Einsatzleitung der Bergrettung zusammen mit dem Landesleiter Matthias Cernusca den Entschluss, sich aus dem Katastrophengebiet vorerst bis zur Durchtestung aller Bergretter:innen mittels PCR-Test zurückzuziehen und die aktive Unterstützung vor Ort zu beenden. Die Bergrettung steht den Feuerwehren jedoch weiterhin beratend als auch im Falle einer Verletzung von Einsatzkräften zur Verfügung.

Am Samstag, den 6.11.2021 wird seitens der Feuerwehr schließlich vorläufiges Brandaus gegeben.

 

Zahlen und Fakten

  • Es waren insgesamt 239 Bergretter:nnen (187 Bergrettung NÖ/W, 42 Bergrettung STMK, 10 Bergrettung OÖ) plus 14 Mitglieder der Bergwacht Bayern im Einsatz.
  • Viele Bergretter:innen waren mehrere Tage, in Einzelfällen bis zu neun (!) Tage im Einsatz.
  • Es wurden von Bergrettung und Bergwacht Bayern insgesamt 5414 Einsatzstunden geleistet.
  • 25 Bergrettungsortsstellen aus Niederösterreich/Wien waren beteiligt.
  • Ein Bergretter wurde verletzt.

 

Text (c) Sabine Buchebner-Ferstl
Fotos (c) Georg Krewenka 

Fotobeschreibung Gruppenbild:
von links nach rechts: Georg Klecatsky, Thomas Docekal, Martin Boyer, Dietmar Fahrafellner, LH-Stv. Stephan Pernkopf, Matthias Cernusca, Michael Hochgerner, Bernhard Lindenberg, Michael Schieraus

 

Fotos: © ÖBRD
Einsatzablaufschilderung eines Bergretters

Einsatzablaufschilderung eines Bergretters

Ihr wolltet schon immer mal wissen, wie so ein Einsatz bei der Bergrettung abläuft?
Dafür hat einer unserer Bergretter einen Einsatz aus seiner Sicht für euch aufbereitet!

Ein schöner Sonntagnachmittag Ende November im südlichen Niederösterreich. Es herrscht klassisches Novemberwetter mit einer Inversionswetterlage. Am Berg wunderschön, angenehm warm und Sonnenschein, im Tal nebelig und frostig.
Da das berufsbegleitende Studium in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen ist und Oma heute Geburtstag hat, habe ich mich entschieden nicht auf den Berg zu gehen. Manchmal halten einen die Pflichten leider von den schönen Dingen im Leben ab – und gebackene Champignons bei Oma sind auch ein Grund mal zu Hause zu bleiben.

Kurz vor 14 Uhr – gerade über einem Essay brütend – läutet das Handy.
„Hahütitit“ – so oder so ähnlich klingt der Alarmierungston der Notrufapp. „Alpinunfall-Personenbergung (ohne Verletzung) – Danielsteig (Bereich Gamseck). 2 Personen verstiegen und kommen nicht mehr weiter“.

Aufgrund der mittlerweile vorhandenen Erfahrung muss man nicht Sherlock Holmes sein, um zu wissen, dass eine Taubergung durch einen Hubschrauber möglicherweise nicht machbar sein wird. Also kurz noch überlegen, wann der Hund das letzte Mal draußen war und ab ins Auto. Das notwendige Material ist mittlerweile ohnehin 24/7 im gepackt, da man nie weiß, wann das Handy läutet und BergsteigerInnen unsere Hilfe brauchen.

Während der Fahrt wird der Einsatz von einem unserer Einsatzleiter der Ortsstelle Reichenau übernommen und die Abklärung läuft. Noch am Weg in die Einsatzzentrale kommt die Information „Mannschaft mit Alpinausrüstung in die Zentrale kommen“, was sich ja gut trifft, weil ich ohnehin schon am Weg bin. Da die Personen unverletzt sind werden natürlich alle verkehrsrechtlichen Vorschriften auf Punkt und Beistrich eingehalten und knapp 25 Minuten nach Alarmierung schlage ich in der Einsatzzentrale auf. FFP-2 Maske rauf (trotz vorhandener 3t-Impfung und Test vom Vormittag eine mittlerweile normale Maßnahme) und ich melde mich bei der Einsatzleitung an. Kurz darauf folgt bereits die aktuelle Information zum Einsatz sowie die Gruppeneinteilung. Auch einer „unserer“ Alpinpolizisten aus Reichenau ist mittlerweile bei uns eingetroffen und wird uns beim Einsatz unterstützen.

Trotz Tiefnebel in Wien ist die Libelle (Hubschrauber des BMI) bereits am Weg zum Einsatzort. Die Hoffnung, dass der Einsatz doch schneller als gedacht gelöst werden kann steigt. Dennoch machen auch wir uns auf den Weg nach Hinternaßwald, um bei Bedarf eine bodengebundene Rettung einleiten zu können. Zirka am halben Weg durchs Höllental kommt dann die ernüchternde Information, dass die vermissten Personen zwar gesichtet wurden, aber aufgrund der Windverhältnisse eine Taubergung nicht möglich ist. Da es mittlerweile knapp vor 15 Uhr ist und die Dunkelheit eine Bergung schwieriger und gefährlicher macht, ist es an der Zeit das Blaulicht zu aktivieren. Mit etwas mehr Tempo geht es also weiter zum Zwischenlandeplatz. Dort angekommen kurzes Briefing mit dem Flight Operator der Polizei. Der Hubschrauber kann uns zumindest auf das Plateau bringen, damit uns der doch lange Aufstieg erspart bleibt. Ich gehe zwar gerne selber rauf, aber in diesem Fall ist ein Shuttle per Heli auch mir lieber.

Da ich mit dem Alpinpolizisten mitgefahren und knapp vor der restlichen Einsatzmannschaft vor Ort eingetroffen bin wurde entschieden, dass wir beide als erstes in die Nähe des Einsatzortes geflogen werden. In einem zweiten Hub sollen weitere BergretterInnen nach oben transportiert werden.

Beim Flug zeigt uns der Flight Operator die genaue Position der beiden Personen, welche durch einen orangen Biwaksack sehr gut im schroffigen Gelände erkennbar sind. Schon beim Überflug kommt mir der Gedanke „Naja leiwand wird das in dem Bruchhaufen nicht.“.

Etwas durchgeschüttelt, da die Windverhältnisse alles andere als super sind, kommen wir oben an und der Hubschrauber fliegt gleich wieder los um die zweite Mannschaft zu holen. Da es nicht mehr lange dauert bis die Sonne untergeht wird es für uns nun zeitkritisch und es heißt schnell sein, aber dennoch so sicher wie möglich arbeiten. Da wir leider nicht allzu nahe am Einsatzort abgesetzt werden konnten, müssen wir uns zuerst durch die Latschen „kämpfen“ und dann den genauen Punkt der beiden Personen lokalisieren. Gar nicht so einfach, wenn sie zirka 70 Meter unter der Gipfelwand sind. Zirka 10 Minuten nach Ankunft am Raxplateau haben wir die Wanderer entdeckt. Kontaktaufnahme mittels zurufen hergestellt und die Info „Bitte vor Ort warten bis wir bei euch sind!“ transportiert.

Nun wird die Sache spannend. Wie kommen wir zu den beiden, ohne dass wir sie oder uns selbst gefährden? Trotz Seil, Sicherungsmaterial, Helm, etc. ist das in diesem Gelände ein nicht allzu leichtes Unterfangen. Kurze Beratschlagung, wo wir den Versuch des Abstiegs am besten anlegen. Der Standplatz an einer dicken Latsche bildet zumindest einen ersten guten Sicherungspunkt. Mein Bruder hat mir unten noch zwei „Friends“ und einige Klemmkeile – beides mobile Sicherungsmittel – mitgegeben, da er erst mit dem zweiten Transport nachkommt. Vielleicht kann ich sie ja brauchen, so der Gedanke.
Also einbinden ins Seil und es geht über sehr brüchiges Gelände schräg in eine Schlucht. Als Zwischensicherung bietet sich ein Felskopf an, an welchem ich eine Bandschlinge drüberlege – muss ja auch nur nach unten halten. Solche Sicherungspunkte sind im Alpinklettern ganz normal und halten in der Regel auch was sie sollten.
Über zwei Kletterpassagen mit fragilen Felsen nach unten kommt schon die Info von oben „10 Meter Seil hast noch!“ was soviel heißt wie „Such dir einen Standplatz!“. Wie bestellt und nicht abgeholt steht zirka 5 Meter unter mir ein großer Felsblock angelehnt an der Hauptwand. Da auch die Luft aus der anderen Seite durchscheint, weiß ich wo mein Standplatz sein wird. Also wird dort kurzerhand die natürliche Sanduhr genutzt, um eine Blockverankerung aufzubauen. Neuerliche Kontaktaufnahme mit den beiden Personen, welche noch zirka 30 Meter rechts und 10 Meter unter mir sind. Während mein Kletterpartner nachkommt, kann ich bereits für die letzte Abkletterstelle herrichten. Schon der Blick nach unten zeigt brüchiges, wenig lohnendes Klettergelände im 1-2 Schwierigkeitsgrad.

Kaum angekommen übernimmt der Alpinpolizist wieder den Stand und ich darf die letzte Kletterpassage nach unten abklettern. „Bin schon lohnendere Dinge geklettert“, lautet ein kurzer Gedanke zu diesem Abstieg. Sicher unten angekommen führt der Weg gleich zu den beiden Personen. Beiden geht es Gott sei Dank gut – ihnen ist zwar kalt, aber sonst sind beide in einem sehr guten Allgemeinzustand. Dies wird noch wichtig werden im Aufstieg.

Zwei weitere Bergretter kommen zeitgleich über uns an und wir sprechen kurz das weitere Vorgehen ab. Einer der beiden versucht eine bessere Aufstiegsvariante ausfindig zu machen, was aber sehr schnell wieder revidiert werden muss, da ich ihn als Unterstützung am mittleren Standplatz benötige. Da beide Personen weder Helm noch Klettergurt mithaben, muss etwas improvisiert werden, bis wir den Klettergurt und Helm bei uns herunten haben. Normalerweise würden wir nun die paar Minuten warten bis alles da ist, da jedoch schon die Sonne hinter mir untergeht müssen wir schneller agieren. Der ersten Person wird ein provisorischer Klettergurt angelegt und wir beginnen den gesicherten Aufstieg zu unserem ersten Standplatz. Auch hier ist das Glück auf unserer Seite, da die Person sehr trittsicher ist und ohne Probleme die erste Kletterstelle hinter sich lässt. Am Standplatz angekommen ist mein Bruder bereits mit dem Klettergurt da und ich kann die Person übergeben. Den zweiten Klettergurt darf ich einpacken und es geht das zweite Mal nach unten – jetzt weiß ich ja schon, welche Steine ich lieber unberührt lasse.

Während ich die zweite Person auf den Aufstieg vorbereite, steigt mein Bruder mit der ersten Person am Seilgeländer nach oben. Zu diesem Zeitpunkt sind noch 20 Minuten Zeit, um den Hubschrauber zu erreichen. Danach muss er aufgrund der einbrechenden Dunkelheit den Einsatz abbrechen. „Schaffen wir es in 20 Minuten?“, ist von oben zu hören. „Leider nein, wir gehen wohl zu Fuß“ ist von unten die Antwort. Mit der zweiten Person bis nach oben und dann noch die Wegstrecke zum Landeplatz ist leider nicht machbar.

Auch der zweiten Person wird nun der Klettergurt und ein Helm angelegt. Sobald die Personen über uns weg sind, und damit die Steinschlaggefahr etwas eingedämmt, können wir die untere Kletterpassage hinter uns lassen. Der Himmel färbt sich zeitgleich orange und zeigt sich noch einmal von seiner schönsten Seite. Während wir weiter am Seilgeländer nach oben steigen, baut der Alpinpolizist noch schnell alles ab und folgt uns.

Im letzten Licht erreichen alle Personen sicher und unverletzt das Plateau. Jetzt wird noch kurz das Material in den Rucksäcken verstaut und es beginnt der Abstieg. Da beide Personen wirklich fit sind, wird keine Zeit liegen gelassen und der Abstieg erfolgt ohne Probleme. Es geht durch das Taupental zum Karl-Ludwig-Haus und anschließend über den Schlangenweg nach unten. Die Bergretter werden dabei noch von einer sternenklaren Nacht und bestem Mondlicht belohnt. Zurück in der Einsatzzentrale gibt es eine kurze Nachbesprechung, ein kaltes Getränk und Dank der Einsatzleitung noch eine Pizza für uns. Knapp nach halb 9 komme ich heim und darf noch eine kleine Runde mit meinem Hund anhängen.

Alles in allem ein fordernder, aber durchwegs interessanter Einsatz, bei welchem wir auch die eine oder andere Gelegenheit für einen Scherz nutzen konnten. Das ist Zusammenarbeit, das ist Kameradschaft, das ist Bergrettung!

Lange Einsatzserie am Osterwochenende

Lange Einsatzserie am Osterwochenende

Sechs Mal mussten unsere Bergretterinnen und Bergretter am Osterwochende trotz der herrschenden Corona-Krise ausrücken. Die Bergrettung NÖ/W und das Land Niederösterreich rufen zu erhöhter Vorsicht im alpinen Gelände auf, um Ressourcen zu schonen und um Intensivbetten für Covid-Patient/innen zu sichern.

Spitalsbetten und Ressourcen müssen in dieser kritischen Phase geschont werden. Zusätzlich sind bodengebundene Bergrettungseinsätze auch sehr mannschaftsintensiv. Entsprechend ergibt sich auch hier ein erhöhtes Infektionsrisiko – sowohl für die Verunfallten als auch für die eingesetzte Rettungsmannschaft.

Veränderte Rahmenbedingungen

„Ein Bergrettungseinsatz in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bedeutet für unsere Bergretterinnen und Bergretter in den meisten Fällen, den Corona-Richtlinien nicht Folge leisten zu können“, Landesleiter Bergrettung Niederösterreich/Wien Matthias Cernusca. Das betrifft etwa die gemeinsamen Einsatzvorbesprechungen oder die Abstände, die bei der Patientenbetreuung sowie Seilbergungen im alpinen Gelände meist nicht einhaltbar sind.

Hohe Wand

Steinschlag, ein lose hängendes Seil und ein zurückgelassener Rucksack gaben Alpinpolizei und Bergrettung am Ostersamstag Anlass zu einer Suchaktion auf der Kletterroute Betty & Paul. Auch mit dem Christophorus konnten die Kletterer nicht gefunden werden. UNSER APPELL: Um aufwändige Suchaktionen bei Fehleinsätzen wie diesen zu vermeiden, bittet die Bergrettung um Information via Notruf 140.

Rax

Zwei junge Bergsteiger aus Wien alarmierten am Ostersonntag gg. 18 Uhr  die Bergrettung auf die Rax, da ihnen der Abstieg unterhalb der Bergstation aus eigenerer Kraft nicht mehr möglich war – schließlich flog sie der Hubschrauber des BMI ins Tal.

Hohe Wand

Weiter ging es zwei Mal am Ostersonntag, als ein Pärchen kurz vor einer Steilstufe weder vorwärts noch zurück gehen konnte. Die Bergrettung versorgte sie mit Gurten und Helmen und konnte sie schließlich mit Seilsicherungen abseilen. Im Anschluss rückte die Bergrettung erneut zu einer Suchaktion aus.

Wienerwald

Am Ostermontag am Parapluieberg hat ein Wanderer eine Sprunggelenksverletzung erlitten, wonach die Erstversorgung durch die Bergrettung stattfand. Der Mann wurde anschließend mithilfe des Rettungsdienstes in das Krankenhaus Baden gebracht.

Flatzer Wand

Zum Assistenzeinsatz wurde die Bergrettung anlässlich eines Waldbrandes gerufen. Die FF Flatz hat die Hilfe der Bergrettung für die Sicherungsmaßnahmen im Felsgelände erbeten. Die Glutnester konnten sicher gelöscht werden.

Fotos: © ÖBRD
Mitterbach – Einsatzreiches Wochenende

Mitterbach – Einsatzreiches Wochenende

Gleich drei Einsätze hielten die Bergrettung Mitterbach am abgelaufenen wunderschönen Wander-Wochenende auf Trab.

Am Samstag, dem 14. September 2019, wurde die Bergrettung Mitterbach gegen 12.30 Uhr über 144 Notruf NÖ zu einem Einsatz alarmiert. Eine 57-jährige Wanderin aus Lengenfeld rutschte bei einem Ausweichmanöver in den Ötschergräben unglücklich aus und verletzte sich dabei am linken Fuß. Die Verunfallte wurde von Sanitätern der Bergrettung Mitterbach erstversorgt, die aufgrund des Verletzungsgrades den Notarzthubschrauber Christophorus 15 nachforderten. Dieser barg die verletzte Wanderin mittels variablem Tau und brachte sie in weiterer Folge in das Mostviertelklinikum Amstetten.

Der nächste Einsatz ereignete sich am Sonntag, dem 15. September 2019 im Bereich Gemeindealpe Richtung Vorderötscher. Wiederum war eine Fußverletzung zu versorgen. Die 45-jährige Patientin aus dem Mostviertel wurde von Sanitätern der Bergrettung Mitterbach erstversorgt und in weiterer Folge in das Gesundheitszentrum Mariazell überstellt.

Noch nicht zurück in der Einsatzzentrale, wurde die Bergrettung zu einem weiteren Einsatz alarmiert. Ein 25 Jahre alter Freizeitsportler hatte sich auf der Gemeindealpe schwer verletzt. Sanitäter der Bergrettung Mitterbach sowie ein zufllig anwesender Arzt versorgten den Patienten vor Ort. Mit dem Bergrettungs-KFZ wurde der Verunfallte zum Zwischenlandeplatz gebracht, dem nachgeforderten Notarzthubschrauber Christophorus 15 übergeben und ins Klinikum Waidhofen gebracht.

Fotos: © ÖBRD
Ski-Tourengeherin: Taubergung mit Rettungshubschrauber

Ski-Tourengeherin: Taubergung mit Rettungshubschrauber

Eine Skitourenläuferin verletzte sich bei einer Tour am Wetterkogel und musste per Taubergung vom Rettungshubschrauber geborgen werden – bereits der dritte Ski-Tourenunfall in den Bergen der Forsteralm im heurigen Winter. 

Am vergangenen Samstag kam eine Skitourenläuferin am Wetterkogel (1111 m, Waidhofen a.d. Ybbs/Wirts) zu Sturz und erlitt eine Unterschenkelfraktur. Die Bergung erfolgte durch den Notarzthubschrauber C15 aus Ybbsitz und der Dienstmannschaften der Bergrettung Amstetten und Waidhofen und wurde innerhalb kürzester Zeit mittels eingerichtetem Zwischenlandeplatz erfolgreich vorbereitet und abgewickelt. Zu Beginn der Wintersaison kam es im Dezember schon zu zwei Unfällen am Hirschkogel, bei dem auch der Rettungshubschrauber C2 in der Nacht zur Unterstützung der Bergrettung im Einsatz war.

Auch im Pistenbereich der Forsteralm ereigneten sich heuer schon zahlreiche Unfälle, bei denen die Bergrettung helfen konnte. Besonders gefreut haben sich die Bergretter über den Besuch einer geretteten Frau am vergangenen Samstag auf der Forsteralm, die erst vor kurzem von Bergrettern aus Amstetten und Waidhofen geborgen wurde und gottlob schon wieder auf den Beinen ist. Allen Wintersportlern sei beim Skifahren und Tourengehen eine entsprechende Ausrüstung, warme Kleidung und genügend Flüssigkeit empfohlen. Unter Umständen kann es bis zum Eintreffen der Bergrettung zu längeren Anmarschzeiten und daher Verzögerungen kommen. Die Alpin-Notrufnummer der Bergrettung ist 140.

Bilder: ÖBRD NÖ/W

Großeinsatz für Bergrettung nach Lawine auf der Rax

Großeinsatz für Bergrettung nach Lawine auf der Rax

Am Sonntag 27.1.2019 ging gegen 16.00 Uhr eine Lawinenmeldung bei der Bergrettung Reichenau an der Rax ein. Zwischen Bergstation und dem Ottohaus war ein etwa 100 mal 200 Meter großes Schneebrett in einer Doline abgegangen. Da eine Fußspur hinein, jedoch nicht mehr herausführte, verständigte ein Melder den Hüttenwirt der Bergstation. Eine Erstmannschaft der Bergrettung konnte den Lawinenkegel kurze Zeit nach der Meldung mit LVS-Geräten und Lawinenhunden absuchen. Die Suche verlief jedoch negativ. Da nach wie vor eine Verschüttung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Gebietsalarm ausgelöst. Insgesamt zwölf Ortsstellen der Bergrettung Niederösterreich/Wien mit rund 70 Bergrettern, vier Suchhunden, drei Alpinpolizisten und vier Hubschraubern waren an der Suchaktion beteiligt.

Um 19.15 Uhr kam dann die erlösende Nachricht, dass sich niemand in der Lawine befindet. In Abstimmung mit der Alpinpolizei wurde die Suche beendet. Die Bergrettung betont die Wichtigkeit einer Alarmierung bei begründetem Verdacht einer Verschüttung. Der Alpinnotruf der Bergrettung ist unter der Nummer 140 erreichbar.

Fotos: © ÖBRD NÖ/W

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