Alpin Notruf: 140
Nachteinsatz auf der Rax

Nachteinsatz auf der Rax

Am Donnerstagabend (21.6.) um 18:30 Uhr wurde die Bergrettung Reichenau zu einer Vermisstensuche gerufen. In Hinternaßwald kam ein holländischer Tourist und seine ebenfalls aus Holland stammende Begleiterin beim Aufstieg zum Habsburghaus (Rax) von der Schneealpe kommend vom markierten Weg ab.

Die Wege in diesem Bereich sind aufgrund von Vermurungen durch die Unwetter der letzten Tage teilweise schlecht erkennbar. Die beiden Wanderer stiegen über das Schotterfeld der „Roten Wand“ beziehungsweise des „Großen Grieß“ solange auf bis sie im Schrofengelände aus eigener Kraft weder vor noch zurück gehen konnten.

Unterstützt durch einen Hubschrauber des Innenministeriums wurden fünf Bergretter mittels Shuttleflug in die Nähe der unverletzten Touristen geflogen, ein zweiter Trupp versuchte zu Fuß die Beiden zu erreichen. Erschwert wurde der Einsatz von einem herannahenden Gewitter.

Gegen 21 Uhr konnte der erste Rufkontakt hergestellt werden und kurz darauf trafen vier Bergretter bei den Touristen ein. Sie wurden in Folge terrestrisch mittels Seilsicherung ins Tal gebracht. Die schwierige Bergung, an der zwei Alpinpolizisten, 15 Mann der Bergrettung Reichenau sowie sieben Mann der Bergrettung Mürzzuschlag beteiligt waren, konnte nach sechs Stunden um 0:30 Uhr beendet werden.

Foto © ÖBRD NÖ/W, OS Reichenau

Tödlicher Bergunfall am Schneeberg

Tödlicher Bergunfall am Schneeberg

In der letzen Maiwoche stand die Bergrettung Reichenau im Dauereinsatz. Die Bergretter wurden zu insgesamt 4 Einsätzen gerufen. Bei allen Fällen verletzten sich Touristen bei Stürzen.

Der folgenschwerste ereignete sich am Samstag den 2. Juni gegen 17 Uhr auf 1470 Meter Höhe am südlichen Grafensteig im Bereich des Saugrabens. Ein 70-jähriger Bergsteiger aus Pitten stürzte aus unbekanntem Grund über eine Felsstufe in die Tiefe, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzog.

Unterstützt von einem Team der Bergrettung Reichenau wurde der Verunfallte vom Notarzthubschrauber Christophorus III, die männliche unverletzte Begleitperson vom Hubschrauber des BMI – Libelle – mittels Tau geborgen und nach Hirschwang geflogen.
Der Einsatz an dem sieben Bergretter beteiligt waren konnte nach 3 ½ Stunden beendet werden.

Fotos © ÖBRD NÖ/W

Salzburger starb bei Ausflug in Eisenstein­höhle in Bad Fischau

Salzburger starb bei Ausflug in Eisenstein­höhle in Bad Fischau

Am Samstagvormittag des 26. Mai 2018 ist in einer Höhle in Bad Fischau ein Mann ums Leben gekommen. Der Salzburger aus Mattsee nahm an einer Führung durch die Eisensteinhöhle teil und kollabierte, woraufhin der Höhlenführer sofort die Rettungskräfte alarmierte.

Die Ortsstellen Hohe Wand und Triestingtal rückten mit zwölf Mitgliedern aus. Schon nach sieben Minuten traf der erste Bergretter – ein ausgebildeter Notfallsanitäter – am Unfallort ein und führte die schon eingeleitete Wiederbelebung fort. Kurze Zeit später waren auch ein Bergrettungsarzt und die ebenfalls alarmierte Mannschaft des Rettungshubschraubers Christophorus 3 sowie die Höhlenrettung am Unfallort.
Die Rettungsaktion gestaltete sich aufgrund der rutschigen und engen Umgebung sehr schwierig, was durch den fehlenden Funkkontakt nach draußen zusätzlich erschwert wurde. Trotz aller Bemühungen der Einsatzkräfte und einer perfekt abgelaufenen Rettungskette verstarb der 70-Jährige noch in der Höhle.

Fotos © ÖBRD NÖ/W

Anstrengende und lange Nacht für die Bergrettung Reichenau

Anstrengende und lange Nacht für die Bergrettung Reichenau

Es war schon dunkel als die Bergrettung Reichenau am Montag, 27. November 2017, alarmiert wurde. Um 17.30 Uhr ging der Notruf ein, dass zwei unverletzte Personen vom Alpenvereinssteig im Höllental zu bergen wären. Die beiden gut ausgerüsteten Personen hatten sich aufgrund der derzeit tiefwinterlichen Verhältnisse verstiegen und konnten nicht mehr weiter.

Da es unklar war, wo sich die Personen genau befanden teilten sich die Einsatzkräfte in zwei Gruppen. Die erste wurde mit der Seilbahn nach oben gebracht und machte sich auf den Weg, um den AV-Steig von oben nach unten abzusuchen. Die zweite Mannschaft fuhr ins „große Höllental“ um den Steig von unten nach oben abzusuchen.

Nach kurzer Zeit konnten die Personen sehr weit oben am AV-Steig lokalisiert werden. Teilweise eisige Bedingungen und teilweise zwischen knie- und hüfthoher Schnee erschwerten der Bergemannschaft den Zustieg und Abtransport der Verunfallten. Nach einiger Zeit konnten fünf Bergretter bis zu den Personen vordringen und begannen mit dem langwierigen Aufstieg zur Höllentalaussicht. Es mussten immer wieder Seilversicherungen angebracht werden, da das Stahlseil an vielen Stellen unter dem Schnee war. Auch die Stellen die im Sommer nicht allzu schwer sind, zeigten sich bei Dunkelheit und winterlichen Verhältnissen als sehr schwierig und heikel.

Dennoch konnte man die gesuchten Personen recht schnell zurück auf den Weg bringen und mit ihnen zur Höllentalaussicht aufsteigen. Nach Mitternacht waren alle Bergretter und die gesuchten Personen unverletzt wieder in Sicherheit. Es wird derzeit davon abgeraten den Alpenvereinssteig bzw. ähnliche Steige zu begehen, da die Verhältnisse sehr „speziell“ (siehe Fotos) sind.

Bergrettung holt Wanderer bei Sturm vom Schneeberg

Bergrettung holt Wanderer bei Sturm vom Schneeberg

Ein glückliches Ende fand am Montag eine Wanderung für zwei Wiener. Nach einer unfreiwilligen Nacht auf der Fischerhütte konnten die Beiden bei Sturm und Nebel von der Bergrettung ins Tal gebracht werden.

Die beiden Freunde trafen sich am Sonntag um über den Wurzengraben auf den Schneeberg aufzusteigen. Sie erreichten die Fischerhütte am Nachmittag. Da Nebel Sturm und Schneetreiben ihnen den Rückweg unmöglich machte, riefen sie kurz vor Einbrechen der Dunkelheit über den Alpinnotruf 140 die Bergrettung Puchberg. Einsatzleiter Gerhard Lesch riet ihnen in Absprache mit der Alpinpolizei, die Nacht im Winterraum der Fischerhütte zu verbringen und sich zu melden, wenn sie am nächsten Tag den Abstieg in Angriff nehmen.

Nach einer eisigen Nacht war es den Männern aufgrund des etwa 80 km/h starken Sturmes, der Eis und Schnee waagrecht vor sich hertrieb, ebenfalls unmöglich den Gipfelbereich zu verlassen. Die Retter fuhren mit dem Einsatzfahrzeug bis zur Haltestelle Baumgartner, zu welcher die Zufahrt mit dem Auto gerade noch möglich war um von dort aus weiter zu Fuß zu den Männern aufzusteigen. „Beim Baumgartner hätte man gemütlich eine Schneeballschlacht machen können, 300 Meter weiter oben haut dir der Sturm die Eiskristalle um die Ohren“, so Lesch über die anspruchsvolle Wettersituation.

Die Bergretter trafen die Wiener in der Fischerhütte an und geleiteten sie sicher ins Tal. „Wenn man sich dort oben nicht auskennt oder nur ein paarmal dort war, kann man sich unmöglich orientieren, wenn die Sicht weg ist. Du kannst drei Meter neben der Fischerhütte vorbei gehen ohne die Hütte zu sehen! Es ist gut, dass die Beiden uns gerufen haben“, gibt der Einsatzleiter der Bergrettung Puchberg zu bedenken. Die beiden Freunde waren alpin erfahren und gut ausgerüstet. Auch die Wettersituation war ihnen nicht unbekannt. „Sie haben den Schneeberg falsch eingeschätzt. Wenn der Wetterbericht sagt, dass das Wetter schlecht wird, dann ist es dort oben meistens schlechter“, so Lesch.

Bild Bei 80 km/h Wind, Schneetreiben und Nebel stiegen die Bergretter zur Fischerhütte auf. Simon Frank / ÖBRD Puchberg