Seit dem 27. Oktober herrscht in den Mitteleuropäischen Staaten wieder die Normalzeit – die Uhren werden somit um eine Stunde zurückgestellt. Und obwohl das Vorteile wie die „geschenkte“ Stunde mit sich bringt, sollte sich dies auch auf Euer Verhalten am Berg sowie Euer Sicherheitsdenken auswirken.

Im Vergleich zu den Sommersonnenstunden haben wir ab Ende Oktober wesentlich weniger Stunden am Tag für „lichtrelevante“ Aktivitäten. Ein Appell daher an die Bergfexe hinsichtlich der Ausstattung und der Tourenplanung:

Lampen

Nehmt jedenfalls eine Stirnlampe mit Reservebatterien mit auf Eure Tour. Wichtig ist, die Batterien gesondert zu lagern oder sie so einzusetzen, dass das Licht nicht unabsichtlich im Rucksack angehen kann – das hat schon einige am Berg zum Verzweifeln gebracht. Auch die Art der Stirnlampe ist nicht unwesentlich. Dabei sind Lichtkegel, Reichweite und Lumen relevant. Für Bergsteiger sind Reichweiten zwischen 60 und 80 Meter mit einer Leuchtkraft von rund 130 Lumen und mehr empfehlenswert. Mountainbiker benötigen aufgrund der höheren Geschwindigkeit sowohl eine größere Reichweite als auch stärkere Leuchtkraft. Qualitativ wertvolle Lampen sind darüber hinaus auch gut als Lichtsignal einsetzbar.

Bekleidung

Adäquate Wärmebekleidung ist ein absolutes Muss für Touren, die Gefahren bergen, in der Dunkelheit oder gar nicht zu enden; etwa für den Fall des Biwakierens etc. Ein Biwaksack ist daher schwer zu empfehlen. Auch das Thema Erreichbarkeit erlangt eine höhere Relevanz, da der Sucheinsatz bei Dunkelheit noch schwieriger ist. Die Ortungsmöglichkeiten mit Smartphones sind wesentlich höher als ohne.

Tourenplanung

Start- und Endzeit der Tour müssen an die Sonnenauf- bzw. -untergangszeiten angepasst sein. Plant Eure Tour daher mit einer Gehdauer und einem Sicherheitspuffer. Wetterbedingte Dunkelheit, etwa durch Nebel & Schneefall oder aufgrund der Topographie müssen auch berücksichtigt werden. Die Lichttrübung setzt im Wald bekanntlich früher ein als unter dem freien Himmel.

Sonnenstunden & Äquinoktium

Äqui-Was? Astronomisch gesehen haben wir auf unserer Erde genau zwei Mal im Jahr die Besonderheit, dass die Erdachse der Sonne weder zu- noch weggeneigt ist – das Äquinoktium. Das hat zur Folge, dass die Tages- und Nachtstunden so gut wie ident sind. In weiterer Hinsicht heißt das aber auch, dass vor bzw. nach dieser Tages- und Nachtgleiche die Sonnenstunden kürzer bzw. länger sind. Dieser Hintergrund ist sowohl der Umlaufbahn als auch der Erdneigung zur Sonne geschuldet.
Ganz interessant ist auch, dass die Zeitzonen 15 Grad des Erdäquators ausmachen. Natürlich ist am geographischen Beginn der Zeitzone die Sonne wesentlich früher angelangt als an deren Ende.
Referenzpunkt für die Zeitbemessung ist in Deutschland etwa das zentral gelegene Kassel. In Österreich ist der Referenzpunkt hingegen am 15. Längengrad und damit etwa dort, wo sich das niederösterreichische Gmünd befindet.

140 Notruf

Wir möchten auf diesem Weg in Erinnerung rufen, dass jedes Bergabenteuer auch Gefahren birgt sich zu vergehen und zu spät ans Ziel zu gelangen. Gerade in den kurzen Herbst- und Wintertagen! Bitte daher: Speichert Euch den Bergrettungsnotruf ein, der die nächstgelegene Bergrettungs-Ortsstelle alarmiert.

Tipp: Für EUR 28,-/Jahr unterstützt man nicht nur das ehrenamtliche Engagement von 1.300 Bergretter/innen und deren Ausrüstung, sondern auch die eigene Sicherheit. Eine solche Fördermitgliedschaft bietet außerdem eine Bergekostenversicherung für Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis zu 25.000 Euro. Jetzt förderndes Mitglied werden!