Für die Einsatzleiter des Gebiets Mitte fand vorletzte Woche eine zweitätige Schulung mit der Flugpolizei statt.

Am Freitag fand ein Theorieblock statt, welcher u.a. die Geschichte der Flugpolizei in Österreich beinhaltete. Die Flugpolizei litt am Anfang unter den Einschränkungen der Nachkriegszeit, war aufgrund der Lawinen- und Hochwasserereignisse jedoch notwendig. Zu Beginn standen auch noch Flächenflugzeuge zur Verfügung, mit denen spektakuläre Hochgebirgsrettungen gelangen. Später wurden die Hubschrauber der Flugpolizei im Bereich der Flugrettung unter ihrem Rufnamen „Martin“ bekannt. Im Jahr 2001 wurde diese Aufgabe an die ÖAMTC Flugrettung übertragen.

Seit damals liegen die Aufgaben für die Polizei im Bereich Flugrettung in der Rettung von unverletzten Personen sowie in der Bergung von getöteten Personen aus dem alpinen Bereich. Darüber hinaus zählen natürlich auch eine Reihe an polizeilichen Aufgaben zum Tätigkeitsfeld der Flugpolizei. Neben den Standardhubschraubern gehören spezielle FLIR Maschinen zur Ausstattung der Flugpolizei. Mit ihrem speziellen Kamerasystem können die Maschinen bei der Suche nach abgängigen Personen eine hilfreiche Unterstützung sein, speziell auch in der Nacht.

Den Abschluss der Schulung in Wien bildeten eine Hubschrauber-Sicherheitseinweisung sowie eine Erklärung der Grundregeln beim Transport mit der EC 135.

Der Samstagmorgen startete mit einer kurzen Wiederholung der Sicherheitsschulung, um danach gleich praktisch unter laufenden Rotoren das Ein- und Aussteigen mit den Kommandos des Flightoperators zu üben. Im alpinen Gelände ist das vollständige Landen sehr selten möglich, deshalb wurden im nächsten Schritt die Handgriffe für das schwebende und angestützte Verfahren geübt. Ein kurzer Flug zum Eisenstein hinüber ermöglichte uns, auch diese Schritte im winterlichen Umfeld zu festigen.

Die korrekte Einweisung des Hubschraubers wurde jeweils von einem anderen Kameraden übernommen, um auch den Downwash erleben zu können. Der Anflug des Hubschraubers bis kurz vor die Nasenspitze zeugte schon von der Genauigkeit einer solchen Landung.

Sollte auch ein angestütztes bzw. schwebendes Landen nicht möglich sein, so bleibt nur mehr der Transport mittels Tau zum bzw. vom Notfallort. Hier stehen verschieden Taulängen zur Verfügung. Um einen besseren Eindruck zu bekommen wurde ein kurzer Flug mit einem sehr kurzen Tau (ca. 3 Meter Länge) unternommen und im Vergleich dazu auch ein Flug mit einem Tau mit 20 Metern Länge.

Zusammenfassend war dies eine sehr erfolgreiche und informative Schulung. Vieles hat man schon einmal in der Theorie gehört, aber das praktische Üben von manchmal scheinbar banalen Dingen, wie das Angurten oder das Anlegen des Headsets in einem Hubschrauber zeigte, wie wichtig hier eine gute Zusammenarbeit ist. Auch die Schritte vor und nach der Landung sind wichtige Aufgaben für einen sicheren und reibungslosen Einsatzablauf.

Mit diesem, jetzt auch praktischen Wissen, können die Einsatzleiter auch die anderen Kollegen besser auf die Einsätze mit dem Hubschrauber vorbereiten und auch für die Zukunft sind weitere Schulungen geplant. Diese Übung fand im April übrigens auch in den Gebieten Süd und West statt.

Herzlicher Dank gilt der Crew der Flugpolizei für die interessante Schulung, der Ortstelle Türnitz und unserem Gebietsausbildungsleiter für die Organisation, sowie Helirescue Austria für die Bilder.

Fotos: © Helirescue Austria