Sonntag, 27.2. zwischen 5h und 7h früh ging in rund 75 Haushalten in Niederösterreich der Wecker los. Sonntag, so früh? Das müssen aber Verrückte sein, oder? Nein, es sind vielmehr sehr motivierte angehende Bergretterinnen und Bergretter sowie erfahrene Lehrwarte, die zum diesjährigen Basis-Grundkurs Winter aufbrachen! Und so wurde in 75 Haushalten in ganz Niederösterreich noch schnell Kaffee getrunken, die Ausrüstungsliste ein letztes Mal kontrolliert, die Sonnencreme eingepackt, und auf ging es nach Mitterbach am Erlaufsee, wo um 7:30 der Kurs begann.

Der Winterkurs bildet für die Jungbergretter den Abschluss der Basisausbildung. Nach einem Wochenende Alpinmedizin relativ am Anfang der Ausbildung und einem viertägigen Basis-Grundkurs Sommer werden in dieser Woche alle relevanten Winterrettungstechniken geübt und überprüft. Nach erfolgreicher Absolvierung erlangen die Teilnehmer den Status „aktiver Bergretter“, dürfen also ohne Supervision in den Einsatz gehen.

Auf der Gemeindealpe sah man in dieser Woche sehr viele rot-schwarze Jacken: Da wurden von acht eifrigen Basis-Kursgruppen und einer Gruppeneinsatzleiter-Gruppe „tote Männer“ (alpinistische Bergemethode mit einer Schneeverankerung durch Eispickel) gegraben, Akjas auf den Lift gepackt, fiktive Patient/innen in das Bergegerät eingebracht, Schneeprofile gegraben und beurteilt, um den Schneedeckenaufbau zu verstehen und Lawinensituationen beurteilt. Und über all dem lachte unverdrossen die Sonne – die war den Bergretterinnen und Bergrettern gnädig gestimmt, die Sonnencreme kam daher wirklich zum Einsatz.

Einer der Höhepunkte der Woche war sicherlich der Skitourentag, an dem die Lehrwarte ihre Schützlinge ein bisschen forderten und sie in winterlich-alpines Gelände führten: Rinnen, Klettereien und knackige Höhenmeter waren für viele Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer durchaus anspruchsvoll und wurden dennoch gut gemeistert. Auch der planmäßige Lawineneinsatz mit einer Schauübung der Kameradenrettung und eines Hundes der Lawinenhundestaffel kamen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut an.

Abgeschlossen wurde die Woche mit einer Nachteinsatzübung. Die Gruppen wurden jeweils von einem Kandidaten des gleichzeitig stattfindenden Gruppeneinsatzleiterkurses übernommen und ein nächtlicher Sucheinsatz musste abgearbeitet werden. Bis spät in die Nacht wurde vom Zeller Rain aus aufgestiegen, gesucht, Erste Hilfe geleistet und abtransportiert. Noch lange nach dem Eintreffen der letzten Gruppen weit nach Mitternacht wurde das Erlebte nachbesprochen und der Abschluss des Kurses gefeiert!

Wir freuen uns, 49 neue Bergretterinnen und Bergretter im aktiven Dienst sowie drei neue Gruppeneinsatzleiter begrüßen zu dürfen, und wünschen ihnen, dass sie von allen Einsätzen heil wieder zurückkehren!

Fotos: © ÖBRD
Cookie Consent mit Real Cookie Banner