Partnerschaft der Bergrettung und Bundesheer (AFDRU) für Katastropheneinsätze im In- und Ausland

Seit letztem Jahr gibt es zwischen der Bergrettung NÖ/W und dem Österreichischen Bundesheer eine Partnerschaft im Rahmen der Austrian Forces Desaster Relief Unit (AFDRU).

AFDRU ist das Katastrophenhilfselement des Bundesheeres und kommt dann zum Einsatz, wenn national oder international dessen Hilfe benötigt wird, etwa bei Überschwemmungen, Dürren, Erdbeben und anderen Naturkatastrophen.

Neben Freiwilligen des Aktiv- und Milizstandes werden im Anlassfall auch Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen alarmiert, so etwa eben auch die BergretterInnen, welche den Basis-Kurs der AFDRU erfolgreich abgeschlossen haben. Dieses Jahr waren aus unserer Organisation acht Personen beim Basis-Kurs vertreten, woraus sich, gemeinsam mit jenen, die den Kurs letztes Jahr abgeschlossen haben, eine Gesamtstärke von 14 aktiven AFDRU-Mitgliedern bei der Bergrettung ergibt.

Der Kurs-Ablauf

Zu Kursbeginn am Montag wurde zuerst die „Base of Operation“ errichtet. Dazu griffen alle gemeinsam zu den Arbeitshandschuhen, um mit geballter Kraft Zelt für Zelt, Bett für Bett und sonstige benötigte Dinge auf die LKWs zu verfrachten, um später diese am Gelände des ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatzes Tritolwerk aufzubauen.

Die erste Nacht verbrachten die Teilnehmer, worunter sich neben den Berufssoldaten auch Angehörige der Miliz, der Feuerwehr und wir BergretterInnen befanden, bereits im Zelt. Unsere Feldbetten haben wir jedoch durch unsere Bergausrüstung (angenehme Isomatten) ergänzt.

Dienstag folgte dann eine Einweisung in die Struktur von AFDRU, der Ablauf zur Bereitmachung der Einheit, bis hin zum Umgang mit Stress und dessen Bewältigung. Vor allem Katastropheneinsätze und das einhergehende Leid der Bevölkerung fordern alle Einsatzkräfte in einem außerordentlichen Maß.

Am Mittwoch ging es dann in die Praxis. Nach einer theoretischen Einweisung in die sanitätsdienstliche Versorgung im AFDRU-Einsatz und zur Hygiene erfolgte das Hands on an den verschiedenen Tragen und beim medizinischen/Sanitäts- Material. Hier waren, insbesondere ob des gemeinsamen Ursprungs, eindeutige Parallelen zur taktischen Alpinmedizin, wie wir sie ausführen, zu erkennen. Darauffolgend wurde uns eindrucksvoll die Arbeit der Rettungshunde demonstriert, wie sie sich im Schutt bewegen und schlussendlich gefundene Personen anzeigen.

Weiters kamen wir noch in den Genuss, jedes Element der „Base of Operation“, etwa das „On-Site Operations Coordination Centre (OSOCC)“ oder das SAN-Zelt kennenzulernen. Auch das neue 3D-Modell zur Lagebegutachtung von Einsatzorten wurde uns nicht vorenthalten.

Am vorletzten Tag des Kurses waren Themen wie der Betrieb des Camps, das Schneiden von Beton, das Bergen aus Höhen und Tiefen mit Material des Bundesheeres oder aber auch das Rette- und Berge-Sprengen dran.

Außerdem erfolgte im Rahmen des zentralen Partnerschaftsseminars 2021 auch ein Besuch der Bundesministerin für Landesverteidigung, Mag. Klaudia Tanner. An diesem Seminar nahm übrigens auch unser Landesleiter, Dr. Matthias Cernusca, teil. Danach wurde von Oberst Jürgen Schlechter den Teilnehmern des Kurses das Zeugnis über dessen Abschluss, sowie das AFDRU-Abzeichen verliehen. Der Tag klang dann mit einer gemütlichen Grillerei am Abend aus.

Freitag, am letzten Tag des Kurses, wurde das Camp wieder abgebaut, Allfälliges besprochen und schlussendlich die Heimreise angetreten.

Übung für Mitglieder

Für jene, welche den Kurs bereits im Jahr zuvor besucht haben, galt es zu üben. So nahmen sechs BergretterInnen an der parallel zum Kurs ablaufenden Übung im Tritolwerk teil, wo Einsatzszenarien praktisch durchgearbeitet und Techniken gefestigt wurden. Die Übung wurde so realitätsnahe wie möglich durchgeführt, weshalb alle TeilnehmerInnen stark gefordert wurden. Die Übung lief nicht nur am Tag, sondern auch in den Nachtstunden. Unter Einsatz von Leuchtmittel und Stromaggregaten wurden verschüttete Personen mittels Stemmhammer, Betonkettensäge und anderen Hilfsmittel gerettet.

Wir freuen uns, mit dem Bundesheer einen verlässlichen Partner im Einsatz zu haben. Sei es innerhalb Österreichs bei Bergrettungs-Einsätzen oder aber auch fortan national und international, wenn die Hilfe von AFDRU und seinen Mitgliedern bei Katastrophen benötigt wird. Auf eine gute Zusammenarbeit und dass alle eingesetzten Kräfte stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehren!

Fotos: © ÖBRD