Alpin Notruf: 140

In der Ortsstelle Triestingtal der Bergrettung Niederösterreich/Wien wurde am Samstag den 29. September 2018 eine Fuchsjagd als Probeballon gestartet. In einer sogenannten Clusterübung wurden die Kräfte dreier Ortsstellen vereint. Damit will sich die Rettungsorganisation weiter auf aktuelle und zukünftige Einsatzsituationen vorbereiten.

Vermehrt Einsätze unter der Woche und immer weniger Bergretter, die spontan vom Arbeitsplatz einrücken können. So sieht die Realität für das alpine Freiwilligenwesen in Niederösterreich aus. Mit sogenannten Clusterübungen will die Landesleitung diesem Umstand entgegensteuern. „Wir stärken damit das Teamwork zwischen benachbarten Ortsstellen. So sollen Engpässe in der Mannschaft bei personalintensiven Einsätzen verhindert werden“, erklärt Landesleiter Matthias Cernusca.

In der Tat hat eine einzelne Ortsstelle etwa bei Such- oder Lawineneinsätzen unter der Woche oft Schwierigkeiten, genug Bergretter für eine Mannschaft aufzustellen. Ab nun soll in solchen Fällen auch die benachnarte Ortsstelle alarmiert werden. Die gemeinsamen Übungen dienen dazu, die Gebietskenntnisse der Nachbarn auszuweiten oder zu vertiefen.

Fuchsjagd als Premiere
Die Premiere im Triestingtal wurde als Fuchsjagd organisiert, bei der die Themen Orientierung, Funk und Einsatzplanung im Mittelpunkt standen. Knapp 40 Bergretter und Bergretterinnen aus den Ortsstellen Pernitz, Triestingtal und Wienerwald Süd nahmen daran teil. Bei herrlichem Wetter suchten acht Teams nach dem Fuchs, der vom Triestingtaler Ortsstellenleiter Bernhard Lindenberg und seinem Kameraden Matthias Lang dargestellt wurde.

„Wir sind immer häufiger mit Sucheinsätzen in unseren Gebieten konfrontiert. Da auf Hilfsmittel wie GPS und Handyortung nicht immer Verlass ist, sind Menschen wichtig, die sich mit einer Karte aus Papier und einem Kompass auskennen und Gebietskenntnis haben. So können wir unsere Arbeit effizienter erledigen und in Not geratenen Personen schneller helfen“, sagt Lindenberg über den Hintergrund der Übung.

Bei der Fuchsjagd wurde die korrekte Funksprechweise und das Orientieren im Gelände mit einer Karte gefestigt und die Bergretterinnen und Bergretter lernten neue Kameraden aus den Nachbarortsstellen kennen. Als Vorlage diente dabei das Brettspiel Scotland Yard. Acht Teams aus je vier Bergrettern wurden zu verschiedenen Startpunkten rund um den Schöpfl gebracht, wo nach Freigabe der Übungsleitung das Spiel startete. Zuerst gab der Fuchs seinen Standort mit Koordinaten bekannt, danach alle anderen Teams. Das Gitternetz einer 1:50.000-Karte diente als Spielbrett.

Die Teams und der Fuchs durften sich pro Spielzug immer nur um ein Gitterfeld weiterbewegen. Per Funk koordinierten sich die Bergretter untereinander und mit der „Einsatzleitung“ in der Zentrale, die den Standort des Fuchses ebenfalls nicht kannte. So versuchten die Teams Zug um Zug, den Fuchs in die Enge zu treiben. Nach etwa vier Stunden wurde der Fuchs von einem Team geschnappt. Die süße Trophäe, ein aus verschiedenen Süßigkeiten zusammengebastelter Fuchskopf, wurde beim gemeinsamen Abendessen auf dem Peilsteinhaus aber kameradschaftlich geteilt.

Fotos: © Georg Krewenka / ÖBRD