Alpin Notruf: 140

Bergrettung-Hundestaffel

19. Okt 2021 | Allgemein

Hunde sind aus dem alpinen Rettungsdienst nicht mehr wegzudenken. Mit ihren feinen Nasen erleichtern sie die Personensuche und können mitunter, gerade bei der Lawinenverschüttung, wo Zeit der essenzielle Faktor ist, den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Aber nicht nur im Winter sind die Spürnasen lebensrettend. Bei der Suche nach vermissten Wanderern können mit Hunden alpine Gebiete schnell und effektiv abgesucht werden. Gerade, wenn die vermisste Person nicht in der Lage ist, sich selbst bemerkbar zu machen, sind die Hunde eine große Hilfe. Mit circa 220 Millionen Riechzellen nehmen sie feinste Geruchspartikel wahr und sind so in der Lage, Personen auch über größere Distanzen zu finden. Natürlich hängt die Suchleistung auch von den Umweltbedingungen ab – Wind, Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen die Geruchsverteilung in der Luft. Dies richtig einzuschätzen gehört zur Arbeit des Hundeführers. Bei einem Fund „verbellen“ unsere Hunde – das Bellen muss laut und anhaltend sein, damit der Hundeführer zum Hund gelangen kann, auch wenn dieser außer Sicht ist.

Natürlich müssen Hunde und Hundeführer regelmäßig trainieren. Aus diesem Anlass trafen sich zehn Hundeführer am ersten Oktoberwochenende auf der Pottschacherhütte, um dort drei Tage lang die verschiedenen Sucharten bei Tag und auch bei Nacht zu üben. Bei der Steigsuche wird entlang eines Weges/Steiges gesucht. Der Figurant liegt dabei nicht einsehbar für den Hundeführer in relativer Wegnähe. Wenn der Hund findet, wird er mit Futter oder Spielzeug belohnt – diese regelmäßige Belohnung gibt dem Hund die Motivation zur Arbeit. Bei der Höhenliniensuche wird abseits des Wegenetzes entlang einer Höhenlinie gearbeitet. So können auch größere Gebiete von mehreren Hunden gleichzeitig abgesucht werden, welche dann versetzt auf verschiedenen Höhen gehen. Diese anspruchsvolle Art der Suche ist für Hund und Mensch fordernd, da man im steilen und unwegsamen Gelände unterwegs ist und sich rein auf den Höhenanzeiger der Uhr verlässt. Bei Nacht ist die Suche noch einmal anders: man muss sich wirklich auf den Hund verlassen, da man selbst weder Figuranten noch Ablenkung in Form von Wild sieht.

Alle Hunde haben die gestellten Aufgaben bravourös gemeistert. Auch die Hundeführer haben an dem Wochenende ihr Wissen zu Orientierung und Kartenkunde auffrischen können. Neue, digital gestützte Kartenarbeit wurde probiert und analysiert, um die Suchgenauigkeit im Einsatzfall zu erhöhen. Und natürlich durfte auch das Gesellschaftliche nicht fehlen, gemütlich wurde am Abend die Arbeit des Tages besprochen. Mit diesem Sommerkurs ist nun die „Sommertrainingsarbeit“ für 2021 abgeschlossen. Im Einsatzfall sind unsere Hunde jederzeit bereit, der nächste Kurs findet dann schon wieder auf der Lawine statt!

Link zur Facebook-Seite der Hundestaffel:
https://de-de.facebook.com/pages/category/Nonprofit-Organization/Bergrettung-Hundestaffel-Nieder%C3%B6sterreichWien-880355638839147/

Fotos: © ÖBRD

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