Winterübung am Göller – Hohenberg & St. Aegyd

Winterübung am Göller – Hohenberg & St. Aegyd

Es ist Montag 6. Jänner 2020. Ein eiskalter aber klarer Wintertag. Während die meisten noch zuhause im warmen Bett liegen, treffen 17 Bergretterinnen und Bergretter in den Ortsstellen Hohenberg und St. Aegyd ein und bereiten im Anblick der langsam aufgehenden Sonne die große Winterübung am Göller vor.

Nach dem ersten Kaffee geht‘s gleich mit der Materialpreparation los: Winterausüstung, LVS-Geräte, Sonden, Lawinenschaufeln, Akja, Holme, Bergesäcke, Vakuummatratzen und jede Menge Seil, Karabiner und Schnüre werden sorgsam aber im flotten Akkord vorbereitet und in und auf die Rucksäcke gepackt. Den Akja montiert man – zerlegt in zwei Teile – am besten so nah und fest wie möglich auf den Rucksack. Das gibt Stabilität und ermöglicht es den besten Schwerpunkt zu finden. Das ist wichtig, weil der Aufstieg womöglich steil, lange und hart wird – im Einsatzfall ist so etwas meist nicht vermeidbar.

Ziel wird es sein, nach einer fiktiven Alarmierung den Verunfallten mittels Akja Transport und Seilsicherung von Gipfelnähe ins Tal zu transportieren. Doch zuerst erfolgt die wichtige & intensive technische Schulung zu den Themen Lawinenkunde und Einsatzplanung usf.

Lawinenkunde

Lawinen können sich in wirklich vielfältiger Weise und unter unterschiedlichsten Bedingungen ergeben. Am wichtigsten ist das Studieren des Lawinenwarndienstes, die Bergrettung empfiehlt dies vor jeder Skitour & winterlichen Bergtour zu tun. Darüber hinaus ist es wichtig, sich die Topographie der Tour näher anzusehen. Man spricht von drei Faktoren, die Lawinen besonders begünstigen: Viel kalter Neuschnee, einer Hangneigung von 35 Grad und entsprechender Windeinwirkung. Das sorgt in erster Linie dafür, dass sich die Neuschneemassen nicht mit den darunterliegenden Schneeschichten verbinden und schon bei kleinsten Erschütterungen, wie etwa durch Carven, voneinander lösen. Gerade im Frühjahr sind Nasschneelawinen verheerend – wie dieses Video zeigt -, denn sie sind besonders schwer und schnell.

Es geht los

Aber wieder zurück zu unserer Einsatzübung. Bepackt mit dem Bergematerial, steigen wir über den Lahnsattel einsatzmäßig zum Göller auf und widmen uns noch einmal der LVS-Suche. Von Skitouren oder dem Bergsteigen im Winter ohne LVS Gerät rät die Bergrettung entschieden ab. Nach kurzem LVS check (Empfang- & Suchmodus) erläutern wir das Prozedere beim Absuchen des Lawinenkegels sowie das Ausschauffeln von Verschütteten.

Der Aufstieg ist bei den Temperaturen ein wenig schweißtreibend aber die Moral & Freude sind bei solch einem Kaiserwetter ungebrochen. Das ist gerade im Einsatzfall bei Nebel oder starkem Schneefall natürlich etwas anders. Schließlich erreichen wir den Verunfallten. Nach einem flotten medizinischen Check der Atemwege & Atmung, des Kreislaufs und der neurologischen Funktionen sowie etwaiger Frakturen, wird festgestellt: Der Verunfallte kann keineswegs selbst die Abfahrt bestreiten. Er wird sorgsam in den Akja gelegt und mit Vakuummatratze sowie zahlreichen Wärmedecken stabilisiert und zugedeckt, der Abtransport beginnt. In Summe 700 Höhenmeter wird er mithilfe der Bergretter/innen, des Bergegerätes und der Seilsicherungen über den Lahnsattel bis ins Tal abtransportiert. Die Übung ist geglückt. Die Bergretter übergeben nun theoretisch an den RTW (Rettungswagen) und finalisieren das Einsatzprotokoll. Zufrieden, wenn auch müde geht’s zum verdienten Dienstende und Abschlussgegränk.

Conclusio

Wichtig sind solche Übungen für die technische & konditionelle Funktionstüchigkeit der Einsatzteams der Bergrettung. Die Bergretter/innen tun dies gänzlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. In diesem Fall hätte der Verunfallte bei lebensgefährdenden Verletzungen mit den Einsatzhelikopter geborgen werden können. Oft aber lassen das Wetter und Topographie nicht zu. Und dann können wir von Glück reden, wenn uns die Bergretter/innen zu Fuß retten.

 

Fotos: © ÖBRD
Landesregierung ehrt Bergretter/innen

Landesregierung ehrt Bergretter/innen

Am 11. Jänner 2020 haben die Niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit der Bergrettung Niederösterreich/Wien und Landesleiter Matthias Cernusca 135 Bergretter/innen geehrt. Moderiert hat unser Gebietsleiter Stellvertreter Gebiet Mitte Karl Weber, für die Organisation verantwortlich gezeichnet hat unser Landesbüroleiter Lukas Turk.

Warum und was ehren wir?

In den gediegenen Hallen des Dormitoriums des Stiftes Lilienfeld bekamen die Bergretter/innen aufgrund ihres vieljährigen und verdienstvollen Engagements feierlich die Bergrettungs-Ehrenmedaillen überreicht.

Als offizielle Blaulichtorganisation besteht die Bergrettung Niederösterreich/Wien aus einer ehrenamtlich agierenden Landesorganisation und insgesamt 30 Ortsstellen mit 1.300 freiwilligen Mitgliedern. „Das Retten & Bergen im unwegsamen Gelände stellt eine oft ungleich höhere Herausforderung an Retter/innen und Personal dar, die einen umso größeren Einsatz unserer Organisation erfordert. Wir ehren daher langdienende und herausragende Leistungen im alpinen Rettungsdienst genauso wie in der Administration.

Appell an Jugend, Gesellschaft und Land

Die Ehrung unserer Mitglieder verdeutlicht, dass das Engagement bei der Bergrettung sinnstiftend ist. Obgleich die Bedeutung der Abzeichen nur symbolisch ist, steht es dennoch für jahrelange harte Arbeit, Training, Fortbildung, Kameradschaft, Verlässlichkeit und Hingabe. Ohne diese würde ein beträchtlicher Teil der Rettungskette des Landes Niederösterreich fehlen – in der Bergwelt und Natur ginge es bedeutend unsicherer zu.

Einmal mehr wurde aber auch verdeutlicht, dass die Bergrettung eine Verbindung von Alpinsport, Aus- & Weiterbildung sowie gesellschaftlichem Engagement darstellt. Ein Benefit in jeder Hinsicht.

Bergrettung und Prominenz

Freuen konnten sich die zu ehrenden Bergretter/innen über zahlreiche Prominenz: Abt Pius vom Stift Lilienfeld, Michael Hochgerner, Bezirkspolizeikommandant Lilienfeld, Vizebürgermeister Manuel Aichberger Vizebürgermeister, Bundesrat Karl Bader, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Nikolaus Seitschek begrüßen.

Die Bergrettung Niederösterreich Wien gratuliert herzlich und bedankt sich für das langjährige ehrenamtliche Engagement:

 Name Ortsstelle Ehrung
 Eduard Auer Hohenberg Ehrenbergretter
 Walter Bandion Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Frank Beutl Annaberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Brunner Mitterbach 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Karl Buder Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Franz Buder Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Friedrich Daxböck Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Bruno Digruber Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Thomas Dullnigg Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Eder Kleinzell 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Christian Eder Kleinzell 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Friedrich Ensfellner Türnitz 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Friedrich Falkensteiner Kirchberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Werner Filzwieser Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Ing. Emilian Freiss St. Aegyd 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Engelbert Fuchs Kleinzell 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Führer St. Pölten 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Gamsjäger Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Adolf Grassmann Kirchberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Günter Grassmann Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Grassmann Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Wolfgang Gravogl Türnitz 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Klaus Groiss Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Gottfried Grundböck Freiland 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Hans Haas Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Hackl Hohenberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Leopold Hauser Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Peter Heindl St. Aegyd 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Herbert Hinteregger Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Michael Hochgerner Kleinzell 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Hubert Hofbauer St. Aegyd 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Christian Hollerer Mitterbach 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Rudolf Hölzl St. Aegyd 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Hutter Freiland 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Leopold Kalteis Kirchberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Walter Karner Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Heinrich Keiss Türnitz 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Kemetner Kirchberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Wilhelm Kienbichl St. Aegyd 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Erich Kirchner Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Klesl St. Aegyd 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Ernst Kohl Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Kurt Kohl Lilienfeld 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Hermann Kotzmann Freiland 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Erich Kotzmann Freiland 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Helfried Kotzmann Freiland 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Engelbert Krapf Kirchberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Krendl St. Pölten Ehrenbergretter
 Johannes Kurz Türnitz 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Peter Lechner Mitterbach 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Ernst Leeb Lilienfeld 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Michael Leitner Kleinzell 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Kurt Melichar Lilienfeld 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Othmar Mitsan Freiland 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Kurt Mittermaier Türnitz 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Erwin Nistelberger Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Herbert Nutz Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Walter Nutz Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Manfred Nutz Lilienfeld 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Perthold St. Aegyd 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Pfeffer Hohenberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Alfred Pfeiffer Kirchberg 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Ing. Josef Pomberger Mitterbach 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Reinhard Redl Türnitz 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Othmar Riedler St. Aegyd 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Schachinger Kirchberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Wolfgang Schaffer Türnitz 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Johann Schauer Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Franz Scheidinger Mitterbach 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Helmut Schlager St. Pölten 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Karl Schlöglhofer Kirchberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Otto Schneck Mitterbach 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Hans Schölhammer St. Pölten 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Gerhard Schrittwieser Türnitz 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Helmut Sieber Lilienfeld 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Simhofer Kirchberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Walter Sommerer Mitterbach 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Kurt Sommerer Mitterbach 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Karl Speckmayr Kirchberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Gustav Spielbichler Mitterbach 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Othmar Tauchner St. Aegyd 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Horst Tesar Annaberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Adolf Tobiaschek Mitterbach 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Franz Trimmel Kirchberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Alfred Voruda Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Herbert Wallner St. Aegyd Ehrenbergretter
 Franz Wallner Lilienfeld 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Kurt Wallner Lilienfeld 25 Jahre Bergrettungsdienst
 Werner Weinstabl Hohenberg Administrativer Bergretter
 Robert Weiss Lilienfeld 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Leopold Weyrer Hohenberg 40 Jahre Bergrettungsdienst
 Ing. Helmut Widmayer Annaberg 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Anton Wochner Kleinzell 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Wochner Kleinzell 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Josef Zellhofer Kleinzell 50 Jahre Bergrettungsdienst
 Ing. Manfred Zwinz Kleinzell 25 Jahre Bergrettungsdienst

#Landesregierung #Ehrung #Mikl-Leitner #Landesleiter #Cernusca

Fotos: © ÖBRD
10 Vorsätze für 2020

10 Vorsätze für 2020

Hier unsere 10 Tipps zum Reflektieren, Umsetzen und Ergänzen für das Jahr 2020. Was sind Eure Neujahresvorsätze? Schreibt uns presse@bergrettung-nw.at.

Action

Warum nicht in diesem Jahr endlich diese eine außergewöhnliche Tour umsetzen, die wir uns schon seit Jahren vorgenommen haben? Do it!

 

Ruhe

Wer kennt das nicht: Bergtouren in geselligen Runden, mit alten Freundeskreisen oder Familie sind besonders lustig… Nicht selten vergessen wir dabei an unsere Umwelt und stillen Begleiter zu denken. Warum nicht wieder vermehrt auf Ruhe und Lautstärke achten, wenn wir in der Natur unterwegs sind?

 

Neues

Geistige und körperliche Herausforderungen halten uns jung und frisch. Warum nicht in diesem Jahr etwas angehen, was uns mental und physisch wieder herausfordert, wie z.B. einen spannenden Hochtourenkurs, Knotenkunde, Eis-Klettern und dergleichen?

 

Altes

Allzu oft vergessen wir, was uns als Kinder von Eltern und Großeltern mitgegeben wurde: Warum nehmen wir uns nicht wieder die Zeit und checken unsere Naturkenntnisse, unser Verhalten am Berg oder unsere Lawinen- & Wetterkenntnisse vor Tourbeginn? (Auch Wetter- & Lawinenwarndienste können wir bewusster, detaillierter und öfter konsultieren.)

 

Gönnung

Wann haben wir uns zuletzt eine neue Ausrüstung gegönnt. Warum nicht einmal im Jahrzehnt seinen Tourenski, die Kletterschuhe usw. durch professionelleres Equipment ersetzen?

 

Umwelt

Denken wir einmal mehr ans Müllsackerl, damit wir das ein oder andere Parpierl und Taschentuch am Wegrand aufheben und mitnehmen können.

 

Vorbereitung

Wann haben wir uns zuletzt bewusst vor einer anstehenden Tour nochmals die Wanderkarte, Tourenplanung und Geländebeschaffenheit angesehen? Nehmen wir uns wieder gezielt Zeit unsere Topographie, Umgebung & Umwelt besser kennen & benennen zu lernen.

 

Durchführung

Und wann sind wir das letzte Mal eine Tour gegangen, bei der wir uns auf jeden Schritt konzentriert haben? Machen wir uns wieder bewusst, was wir als ganz selbstverständlich nehmen: Körperschwerpunkt, Balance, Kraft, Atmung.

 

Nachbereitung

Warum nicht wieder einmal eine ordentliche Touren Nachbereitung zu unserer eigenen Sicherheit machen? Reflektieren wir nochmal, was gut und was weniger gut gelaufen ist. Prüfen wir unser Material und Verbandszeug für die nächste Tour.

 

Fördermitgliedschaft

Warum in diesem Jahr nicht die Bergrettung unterstützen? Mit der Bergrettung NÖ/W unterstützen wir 100% ehrenamtliches Engagment in der Region unserer 30 Ortsstellen, die Ausbildung neuer Bergretter/innen, sichern notwendige Materialbestände und investieren dazu noch in die eigene Sicherheit.

 

Auf ein gesundes, glückliches und zufriedenes Jahr 2020! Prosit!

Fotos: © ÖBRD
Touren in der Dunkelheit – Planung & Sicherheit am Berg

Touren in der Dunkelheit – Planung & Sicherheit am Berg

Seit dem 27. Oktober herrscht in den Mitteleuropäischen Staaten wieder die Normalzeit – die Uhren werden somit um eine Stunde zurückgestellt. Und obwohl das Vorteile wie die „geschenkte“ Stunde mit sich bringt, sollte sich dies auch auf Euer Verhalten am Berg sowie Euer Sicherheitsdenken auswirken.

Im Vergleich zu den Sommersonnenstunden haben wir ab Ende Oktober wesentlich weniger Stunden am Tag für „lichtrelevante“ Aktivitäten. Ein Appell daher an die Bergfexe hinsichtlich der Ausstattung und der Tourenplanung:

Lampen

Nehmt jedenfalls eine Stirnlampe mit Reservebatterien mit auf Eure Tour. Wichtig ist, die Batterien gesondert zu lagern oder sie so einzusetzen, dass das Licht nicht unabsichtlich im Rucksack angehen kann – das hat schon einige am Berg zum Verzweifeln gebracht. Auch die Art der Stirnlampe ist nicht unwesentlich. Dabei sind Lichtkegel, Reichweite und Lumen relevant. Für Bergsteiger sind Reichweiten zwischen 60 und 80 Meter mit einer Leuchtkraft von rund 130 Lumen und mehr empfehlenswert. Mountainbiker benötigen aufgrund der höheren Geschwindigkeit sowohl eine größere Reichweite als auch stärkere Leuchtkraft. Qualitativ wertvolle Lampen sind darüber hinaus auch gut als Lichtsignal einsetzbar.

Bekleidung

Adäquate Wärmebekleidung ist ein absolutes Muss für Touren, die Gefahren bergen, in der Dunkelheit oder gar nicht zu enden; etwa für den Fall des Biwakierens etc. Ein Biwaksack ist daher schwer zu empfehlen. Auch das Thema Erreichbarkeit erlangt eine höhere Relevanz, da der Sucheinsatz bei Dunkelheit noch schwieriger ist. Die Ortungsmöglichkeiten mit Smartphones sind wesentlich höher als ohne.

Tourenplanung

Start- und Endzeit der Tour müssen an die Sonnenauf- bzw. -untergangszeiten angepasst sein. Plant Eure Tour daher mit einer Gehdauer und einem Sicherheitspuffer. Wetterbedingte Dunkelheit, etwa durch Nebel & Schneefall oder aufgrund der Topographie müssen auch berücksichtigt werden. Die Lichttrübung setzt im Wald bekanntlich früher ein als unter dem freien Himmel.

Sonnenstunden & Äquinoktium

Äqui-Was? Astronomisch gesehen haben wir auf unserer Erde genau zwei Mal im Jahr die Besonderheit, dass die Erdachse der Sonne weder zu- noch weggeneigt ist – das Äquinoktium. Das hat zur Folge, dass die Tages- und Nachtstunden so gut wie ident sind. In weiterer Hinsicht heißt das aber auch, dass vor bzw. nach dieser Tages- und Nachtgleiche die Sonnenstunden kürzer bzw. länger sind. Dieser Hintergrund ist sowohl der Umlaufbahn als auch der Erdneigung zur Sonne geschuldet.
Ganz interessant ist auch, dass die Zeitzonen 15 Grad des Erdäquators ausmachen. Natürlich ist am geographischen Beginn der Zeitzone die Sonne wesentlich früher angelangt als an deren Ende.
Referenzpunkt für die Zeitbemessung ist in Deutschland etwa das zentral gelegene Kassel. In Österreich ist der Referenzpunkt hingegen am 15. Längengrad und damit etwa dort, wo sich das niederösterreichische Gmünd befindet.

140 Notruf

Wir möchten auf diesem Weg in Erinnerung rufen, dass jedes Bergabenteuer auch Gefahren birgt sich zu vergehen und zu spät ans Ziel zu gelangen. Gerade in den kurzen Herbst- und Wintertagen! Bitte daher: Speichert Euch den Bergrettungsnotruf ein, der die nächstgelegene Bergrettungs-Ortsstelle alarmiert.

Tipp: Für EUR 28,-/Jahr unterstützt man nicht nur das ehrenamtliche Engagement von 1.300 Bergretter/innen und deren Ausrüstung, sondern auch die eigene Sicherheit. Eine solche Fördermitgliedschaft bietet außerdem eine Bergekostenversicherung für Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis zu 25.000 Euro. Jetzt förderndes Mitglied werden!

Tag der Wiederbelebung (Gewinnspiel)

Tag der Wiederbelebung (Gewinnspiel)

Es gibt sinnvolle und nutzlose Erinnerungstage. Der 16. Oktober, der Tag der Wiederbelebung, zählt eindeutig zu ersteren. Aber wisst Ihr, wie’s richtig funktioniert? Wie lauten die exakte zeitliche Abfolge, Intensität und die Folgemaßnahmen.

Gewinnspiel

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien verlost unter allen Teilnehmer/innen, die unseren Facebookpost kommentieren, einen 16-Stunden-Erste-Hilfe Kurs in Wien-Schwechat: Facebook-Gewinnspiel.

Wiederbelebung im alpinen Gelände:

  1. Verunfallte Person aus Gefahrenbereich bringen
  2. Initiale Atemkontrolle > Kopf überstrecken, Kinn nach oben > hören, sehen, fühlen (Luftstrom & Brustkorb)
  3. > Keine Atmung liegt vor > Wiederbelebung
  4. Herz Druck Massagen (30:2; 30 mal 5-6 cm Brustbein eindrücken, 2 mal beatmen)
  5. Beatmungen (Mund zu Mund) > Kopf überstrecken, Mund vollständig umschließen, Nase währenddessen zuhalten, Brustkorb muss sich sehbar heben.
  6. Setzt Atmung wieder ein > stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
  7. Alle 2 Minuten erneute Atemkontrolle bis die Bergrettung (Notruf 140) eintrifft und übernimmt

 

Teilnahmebedingungen:
Die Bergrettung Niederösterreich/Wien veranstaltet ein Gewinnspiel und verlost einen 16-Stunden-Erste-Hilfe Kurs unter jenen Teilnehmer/innen, die am Tag der Wiederbelebung, 16. Oktober 2019, am Facebookgewinnspiel (Link:) teilnehmen. Dieses Gewinnspiel wird ausschließlich auf Initiative der Bergrettung NÖ/Wien durchgeführt. Der Termin für diesen Erste-Hilfe-Kurs wird nach Vereinbarung und Verfügbarkeit mit dem/der Gewinner/in vereinbart.
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, ist ein Facebook-Kommentar unter dem Posting vom 16. Oktober 2019 nötig. Der Teilnahmezeitraum ist der 16.10.2019, 23:59:59. Nach Teilnahmeschluss eingehende Kommentare werden bei der Auslosung nicht berücksichtigt. Pro Teilnehmer nimmt nur ein Posting am Gewinnspiel teil – die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Die Verlosung erfolgt per Zufall am darauffolgenden Tag. Teilnehmen dürfen alle ab dem vollendetem 16. Lebensjahr. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Mitglieder der Bergrettung NÖ/Wien. Der/die Gewinner/in wird über die Facebook-Seite der Bergrettung NÖ/W benachrichtigt. Barauszahlung des gewonnenen Preises ist nicht möglich. Die Manipulationen des Gewinnspiels in jeglicher Form ist nicht gestattet. Der Gewinn ist nicht übertragbar und gilt ausschließlich für den/die Gewinner/in. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir behalten uns das Recht vor, Teilnehmer/innen bei Verstößen gegen diese Teilnahmebedingungen oder bei sonstigen Manipulationen auszuschließen. In diesen Fällen können gegebenenfalls die Gewinne von uns aberkannt werden. Die Daten des/r Teilnehmer/in werden nur bis zur Abwicklung der Gewinnvergabe und den Gewinnberichten gespeichert. Mit der Teilnahme erklärt sich der Teilnehmer einverstanden, dass die Bergrettung NÖ/Wien über seine Teilnahme am Gewinnspiel und den Gewinn mit Namen und Bild berichtet oder berichten lässt. Der/die Teilnehmer/in kann die Zustimmungen jederzeit schriftlich mit einer E-Mail an office@bergrettung-nw.at widerrufen und somit von der Teilnahme zurückzutreten. Diese Teilnahmebedingungen und die gesamte Rechtsbeziehung zwischen den Teilnehmer/innen und uns unterliegen ausschließlich dem österreichischen Recht. Sollten einzelne Bestimmungen der Teilnahmebedingungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Teilnahmebedingungen unberührt. An ihre Stelle tritt eine angemessene Regelung, die dem wirtschaftlichen Ziel der unwirksamen Bestimmung am ehesten entspricht. Diese Teilnahmebedingungen können jederzeit von uns ohne gesonderte Benachrichtigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.