Auf  Einladung des Tschechischen Bergrettungsdienstes „Horská služba ČR“ und durch Vermittlung des Lawinen- und Suchhundereferenten des Bundesverbandes des ÖBRD, Sepp („Seppolo“) Lederhaas, nahmen die Lawinenhundeführer Ernst KÖLCH, Ortsstelle Lackenhof, mit seinem sehr erfahrenen Hund „Gsena“ (9 Jahre)  und Michael PRATTES, Ortsstelle Aspang, mit Hund „Mika“ (4 ½ Jahre), an einer Lawinenhundeausbildung im Riesengebirge teil. Tiefwinterliche – fast sibirische Bedingungen – haben Bergretter und Hunde hart gefordert. Ziel war es neben dem gegenseitigen Kennenlernen, einen Erfahrungsaustausch zu pflegen und voneinander zu lernen. Die Umgebung des höchsten Berges Tschechiens, der Schneekoppe, 1603 m, ein Grenzberg zu Polen brachte auch Begegnungen mit polnischen Bergrettern. An der einwöchigen Ausbildung nahmen  25 Hundeführer aus Tschechien, die beiden österreichischen Hundeführer und zwei slowakische Hundeführer teil. In Summe waren mit den Figuranten und Helfern 45 Retter beteiligt, wobei das Bergrettungssystem in Tschechien aus einer Symbiose von freiwilligen und staatlichen Rettern besteht.   

Die Rettungshunde werden in Tschechien von den Bergrettern selbst gezüchtet und sind eine Kreuzung von Wolf und Schäferhund, also sehr kräftige Tiere. Zum Einsatz kommen hauptsächlich Rüden, die allerdings nur neun Jahre im Dienstbetrieb eingesetzt werden. Derzeit sind in Tschechien 27 Bergrettungs-Suchhunde im Dienst, in NÖ sind es 16. Tschechien ist ca. viermal so groß wie NÖ, allerdings ist die Anteil am Bergland in NÖ entsprechend größer. Von der flächendeckenden Versorgung gibt es also keinen Unterschied. In Bezug auf Lawinenereignissen ist NÖ gefährdeter bzw. es sind üblicherweise mehr Lawinenabgänge in NÖ zu verzeichnen.

Große Schneemengen führten bei der Übung im Riesengebirge dazu, dass hauptsächlich die Suche von Tiefenverschüttete , d.h. Verschüttungstiefen über zwei Meter, gesucht wurden und dies auf einem extrem großen Lawinenfeld. Alles zusammen eine riesengroße Herausforderung für Mensch und Tier. Auf Grund von Sturm und starker Schneefall musste auf Hubschrauberunterstützung verzichtet werden. Ernst Kölch meinte: „Das Riesengebirge hat uns mindestens 110 % abgefordert!“

Die Aufnahme durch die tschechischen Bergrettungskollegen war sehr freudlich und sehr herzlich, eine wahre gelebte Bergkameradschaft. Auch sprachlich war es kein Problem, viele Tschenen sprechen sehr gut Deutsch. Und auch die Hunde verstanden sich hervorragend, beim Bellen gibt es offenbar gar keine Fremdsprachen.

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