Alpin Notruf: 140
Zusammenarbeit und Vertrauen: Flugpolizei, Alpinpolizei und ÖBRD

Zusammenarbeit und Vertrauen: Flugpolizei, Alpinpolizei und ÖBRD

Zwischen den Beamten der Flug- und Alpinpolizei sowie Mitgliedern der Bergrettung ist eingespielte Teamarbeit eine Grundvoraussetzung zur Abwicklung erfolgreicher Einsätze. Bei Praxisübungen und Schulungen auf Landes- und Ortsstellenebene werden Abläufe trainiert und gefestigt. Abseits der Ausbildung im Gelände findet auch ein regelmäßiger Austausch auf Bundesebene bezüglich Einsatzstrategien, Erfahrungen und Entwicklungen der Organisationen statt.

„Die gute Zusammenarbeit im Einsatzfall und den im Vorfeld stattfindenden Ausbildungen sind Garanten für sicheres Arbeiten im alpinen Gelände.“, so der Leiter der Flugpolizei Mag. Werner Senn. Das Miteinander steht im Vordergrund zur optimalen Versorgung von in Not geratenen Personen.

Im Bild (von li. nach re.):
Mjr. Michael Hochgerner, Leiter Alpindienst Niederösterreich
Mag. Werner Senn, Leiter der Österreichischen Flugpolizei
Martin Gurdet, ÖBRD Bundesgeschäftsführer
(Urheber: ÖBRD BV)

Im Video: Eine Außenlandung der Libelle bei einem Einsatz in Niederösterreich mit Einweiser des ÖBRD. (Urheber: Lukas Turk)

Lawinenhundeausbildung International: Niederösterreichische Bergretter zu Gast bei Tschechischer Bergrettung

Lawinenhundeausbildung International: Niederösterreichische Bergretter zu Gast bei Tschechischer Bergrettung

Auf  Einladung des Tschechischen Bergrettungsdienstes „Horská služba ČR“ und durch Vermittlung des Lawinen- und Suchhundereferenten des Bundesverbandes des ÖBRD, Sepp („Seppolo“) Lederhaas, nahmen die Lawinenhundeführer Ernst KÖLCH, Ortsstelle Lackenhof, mit seinem sehr erfahrenen Hund „Gsena“ (9 Jahre)  und Michael PRATTES, Ortsstelle Aspang, mit Hund „Mika“ (4 ½ Jahre), an einer Lawinenhundeausbildung im Riesengebirge teil. Tiefwinterliche – fast sibirische Bedingungen – haben Bergretter und Hunde hart gefordert. Ziel war es neben dem gegenseitigen Kennenlernen, einen Erfahrungsaustausch zu pflegen und voneinander zu lernen. Die Umgebung des höchsten Berges Tschechiens, der Schneekoppe, 1603 m, ein Grenzberg zu Polen brachte auch Begegnungen mit polnischen Bergrettern. An der einwöchigen Ausbildung nahmen  25 Hundeführer aus Tschechien, die beiden österreichischen Hundeführer und zwei slowakische Hundeführer teil. In Summe waren mit den Figuranten und Helfern 45 Retter beteiligt, wobei das Bergrettungssystem in Tschechien aus einer Symbiose von freiwilligen und staatlichen Rettern besteht.   

Die Rettungshunde werden in Tschechien von den Bergrettern selbst gezüchtet und sind eine Kreuzung von Wolf und Schäferhund, also sehr kräftige Tiere. Zum Einsatz kommen hauptsächlich Rüden, die allerdings nur neun Jahre im Dienstbetrieb eingesetzt werden. Derzeit sind in Tschechien 27 Bergrettungs-Suchhunde im Dienst, in NÖ sind es 16. Tschechien ist ca. viermal so groß wie NÖ, allerdings ist die Anteil am Bergland in NÖ entsprechend größer. Von der flächendeckenden Versorgung gibt es also keinen Unterschied. In Bezug auf Lawinenereignissen ist NÖ gefährdeter bzw. es sind üblicherweise mehr Lawinenabgänge in NÖ zu verzeichnen.

Große Schneemengen führten bei der Übung im Riesengebirge dazu, dass hauptsächlich die Suche von Tiefenverschüttete , d.h. Verschüttungstiefen über zwei Meter, gesucht wurden und dies auf einem extrem großen Lawinenfeld. Alles zusammen eine riesengroße Herausforderung für Mensch und Tier. Auf Grund von Sturm und starker Schneefall musste auf Hubschrauberunterstützung verzichtet werden. Ernst Kölch meinte: „Das Riesengebirge hat uns mindestens 110 % abgefordert!“

Die Aufnahme durch die tschechischen Bergrettungskollegen war sehr freudlich und sehr herzlich, eine wahre gelebte Bergkameradschaft. Auch sprachlich war es kein Problem, viele Tschenen sprechen sehr gut Deutsch. Und auch die Hunde verstanden sich hervorragend, beim Bellen gibt es offenbar gar keine Fremdsprachen.

Link: https://www.horskasluzba.cz/