Es war schon dunkel als die Bergrettung Reichenau am Montag, 27. November 2017, alarmiert wurde. Um 17.30 Uhr ging der Notruf ein, dass zwei unverletzte Personen vom Alpenvereinssteig im Höllental zu bergen wären. Die beiden gut ausgerüsteten Personen hatten sich aufgrund der derzeit tiefwinterlichen Verhältnisse verstiegen und konnten nicht mehr weiter.

Da es unklar war, wo sich die Personen genau befanden teilten sich die Einsatzkräfte in zwei Gruppen. Die erste wurde mit der Seilbahn nach oben gebracht und machte sich auf den Weg, um den AV-Steig von oben nach unten abzusuchen. Die zweite Mannschaft fuhr ins „große Höllental“ um den Steig von unten nach oben abzusuchen.

Nach kurzer Zeit konnten die Personen sehr weit oben am AV-Steig lokalisiert werden. Teilweise eisige Bedingungen und teilweise zwischen knie- und hüfthoher Schnee erschwerten der Bergemannschaft den Zustieg und Abtransport der Verunfallten. Nach einiger Zeit konnten fünf Bergretter bis zu den Personen vordringen und begannen mit dem langwierigen Aufstieg zur Höllentalaussicht. Es mussten immer wieder Seilversicherungen angebracht werden, da das Stahlseil an vielen Stellen unter dem Schnee war. Auch die Stellen die im Sommer nicht allzu schwer sind, zeigten sich bei Dunkelheit und winterlichen Verhältnissen als sehr schwierig und heikel.

Dennoch konnte man die gesuchten Personen recht schnell zurück auf den Weg bringen und mit ihnen zur Höllentalaussicht aufsteigen. Nach Mitternacht waren alle Bergretter und die gesuchten Personen unverletzt wieder in Sicherheit. Es wird derzeit davon abgeraten den Alpenvereinssteig bzw. ähnliche Steige zu begehen, da die Verhältnisse sehr „speziell“ (siehe Fotos) sind.